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Reden zum "Frühstück in der Au" am 17. Juni 2006

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Lesen und hören Sie, was die Granden bzw. "Veteranen" (Selbstbeschreibung) des Österreichischen Umweltschutzes anlässlich dieser Protestversammlung zu den Straßenbauvorhaben in Klosterneuburg zu sagen haben.

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Videoclip mit Ausschnitten der Reden

Faszinierend, wie namhafte und unterschiedliche Persönlichkeiten ihre Botschaft an ca. 300 Anwesende vermitteln.
Bitte verzeihen Sie die Bildqualität, die sich aus der Notwendigkeit ergibt, die Betrachtung über das Internet zu ermöglichen.

Hier klicken, um Videoclip herunterzuladen [wmv, 9.5MB]

Transkription der Reden von (in der Reihenfolge des Auftritts)

GR Dr. Bernd Schweeger, Sprecher der PUK

Gen. Dir. Prof. Dr. Bernd Lötsch, Naturhistorisches Museum Wien

Univ. Prof. DI Dr. Hermann Knoflacher, Inst. f. Verkehrsplanung&Verkehrstechnik TU-Wien

Univ. Doz. Dr. Peter Weish

Dr. Gerhard Hertenberger, ehem. Inst. für Ökologie&Naturschutz, Wissenschaftsjournalist

Abschlussappell Prof. Lötsch

Anmerkung: Transkription erfolgte auf Basis von zwei Videoaufzeichnungen, deren „Lücken“ nicht an der gleichen Stelle auftreten. Trotzdem kann es zu Auslassungen oder durch die Geräuschkulisse zu Missverständnis gekommen sein, für das ich mich bei den Rednern entschuldige.
Die Texte wurden von den Rednern (noch) nicht korrekturgelesen.


GR Dr. Bernd Schweeger

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Schönen guten Morgen im Namen der PUK, die diese Versammlung organisiert hat.

In der „Presse“ ist gestern gestanden „Das letzte Frühstück in der Au“ – wir hoffen, dass es nicht so ist. Herzlichen Dank, dass Ihr alle gekommen seid, es ist für die Verzweiflung, die hin und wieder hochgekommen ist ein ausgesprochener Trost, das hier zu erleben. Nochmals: Vielen herzlichen Dank!

Ich darf vor allem einmal unsere Ehrengäste und Redner hier willkommen heißen und bitte Sie um einen entsprechenden Applaus.

Generaldirektor des Naturhistorischen Museum, Prof. Dr. Bernd Lötsch – Kämpfer von Hainburg – vielen herzlichen Dank fürs Kommen.

Neben ihm sitzt Univ. Prof. Dr. Hermann Knoflacher von Institut für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Technischen Universität Wien – auch er herzlich willkommen.

Univ. Doz. Dr. Peter Weish, Präsident des Forums Österreichischer Wissenschaftler für Umweltschutz, auch er einer derjenigen, die sich in Hainburg die Beine in den Bauch hinein gestanden haben. Diese Entwicklung droht auch hier noch.

Weiters darf ich auch begrüßen einen vierten Redner, Dr. Gerhard Hertenberger, Biologe vom Pflanzenphysiologischen Institut der Univ. Wien, einer der Mitbegründer der Bürgerinitiative „Rettet die Lobau“, der sich bereit erklärt hat, für die erkrankte Karin Kuna (Verkehrssprecherin Global2000) einzuspringen. Herzlichen Dank!

Weiters möchte ich auch danken der Formation der Musiker „Frankie’s Friends“, die sich wieder einmal bereit erklärt haben, hier aufzutreten und die Versammlung musikalisch zu untermalen.

Und letztendlich dem ganzen Kernteam, das es ermöglicht hat, diese Versammlung stattfinden zu lassen. Vielen Dank für den gemeinsamen Einsatz.

Ein paar technische Informationen: es werden eine Reihe von Reden gehalten werden, wir haben Informationstische, wo Sie sich auch erkundigen können – so Sie nicht Bescheid wissen um den Verlauf der „Umfahrungs“-Projektes. Es liegt eine Unterschriftenliste zu einem Manifest auf, das zentrale Fragen des Umweltschutzes in den Vordergrund stellt und das wir an Landeshauptmann Erwin Pröll und an Bundesminister Josef Pröll gegen Ende dieses Monats übergeben wollen.

Es findet sich zusätzlich was wir einen „Fresstisch“ nennen, wo diejenigen, die es verabsäumt haben, sich ein Bisschen was mitzunehmen, sich bedienen können. Zusätzlich werden wir am Ende der Versammlung zwei geführte Exkursionen anbieten, eine durch die Au, und die andere entlang der geplanten Trasse per Rad. Treffpunkt beim Infotisch.

Warum die Versammlung eigentlich an diesem Ort? Wir befinden uns am „Ort des Geschehens“. Hier war einmal nur Au. Dann wurde daraus ein Pendlerparkplatz gemacht. Jetzt soll hier die Trasse der „Umfahrungsstraße“ drüberführen, und für diejenigen von Ihnen, die noch auf dem asphaltierten Teil stehen, dort droht auch noch ein Parkdeck, ein dreistöckiges, das ein gutes Gegengewicht zum Stift, das oberhalb von uns liegt, darstellen wird. Ich stehe sehr genau auf der Trasse der „Umfahrung“. Hier ist das Zentrum des Geschehens, hier ist das Zentrum der Zerstörung, wenn auch nicht der gesamten Zerstörung, die zu befürchten ist.

Diese Umfahrungstrasse, die mit etwa 3,6 Km Länge entlang der Franz-Josefs-Bahn verläuft, löst mehrere Probleme für die, die an Problemlösung mittels Straßenbau glauben. Die Anbindung des Gewerbegebietes, die wir noch verstehen können. Was wir nicht verstehen können, ist dass man weitere 50 Mio. Euro, das ist eine ¾ Milliarde Schilling, dafür aufwendet um eine Verbindung herzustellen bis ins Martinsviertel, die nichts anderes tut, als Verkehr von einer Stelle an die andere zu verlagern. Was aber in der Folge kommt ist viel schlimmer: die Projekte, die im Raum stehen, nämlich die Anbindung an die A22 auf der anderen Seite der Donau – also die Donaubrücke nach Korneuburg – und eine weitere Anbindung ans Kierlingtal durch einen Tunnel. Wenn diese Verkehrsprojekte verwirklicht werden, dann hat Klosterneuburg eine Transithölle ersten Ranges zu befürchten. Hier wird nicht nur eine Schneise eröffnet – verbotenerweise – quer durch den Wienerwald – nach der Alpenkonvention nicht zulässig – sondern zusätzlich werden eine Reihe von Fahrzeugen, die einen Stau auf der Nordbrücke vermeiden wollen, über diese neue Nordeinfahrt nach Wien fahren. Diese Projektfortsetzungen sind das, was wir vor allem befürchten, und was streng genommen vollkommen illegal wäre: Alpenkonvention, Natura2000-Gebiet – die Trasse führt kerzengerade durch diese geschützten Bereiche, die letztlich unsere Lebensqualität sichern sollen.


Unlängst hab ich einmal einen guten Spruch gehört. Prof. Knoflacher wird nicht müde zu sagen, dass Gugging vor nicht allzu langer Zeit ein Luftkurort gewesen ist, was jetzt nicht mehr der Fall ist: „Das einzige, was hier kuriert werden muss, ist die Luft!“. Wir haben hier in Klosterneuburg mit vorgestrigem Datum an einer Messstelle bereits 52 Überschreitungen von Feinstaubgrenzwerten beobachten können. Das wird verniedlicht, vertuscht von den Behörden. Erlaubt sind 30 Überschreitungen pro Jahr. Hochgerechnet auf das ganze Jahr ergeben die 52 Überschreitungen ca. 120 im Jahr, das ist 4-mal häufiger als die Toleranzgrenze. Aber es werden munter Strassen weitergebaut, die diesen Feinstaub noch mehr produzieren werden.

Zusätzlich bewirken diese immensen Straßenbauvorhaben etwas Gravierendes, nämlich die Ausdörrung unserer eigenen gewachsenen Strukturen. Es werden die Geldbörsen konsequent dorthin geführt, wo in Form von großen Verkehrsknotenpunkten, die mit Parkplätzen versehen sind, einkaufen zu gehen und sich zu versorgen. Das wird auch der Tod für das kleine Klosterneuburger Gewerbe sein.

Ein letztes Wort noch zu der Rechtssituation, die wir hier im Moment vorfinden. Diese „Umfahrungsstraße“ wurde – aus unserer Sicht illegalerweise – ohne Abhaltung einer Umweltverträglichkeitsprüfung durchgepeitscht. Sie unterliegt nur den sog. Materiengesetzen Straßenrecht, Wasserrecht und Forstrecht. Die „subjektiv-öffentlichen Rechte“, die damit für den Bürger vorhanden sind, sind so minimal, dass natürlich kaum eine Möglichkeit besteht, sich zu artikulieren oder gar Parteienstellung in solchen Verfahren zu erlangen. Das ist sehr bewusst gemacht worden. Eine Politik, die seitens des Landes Niederösterreich ergriffen worden ist, als ungefähr vor 3½ Jahren die Verantwortung für „B-Straßen“ (Bundesstraßen) in Landeshoheit übergegangen sind. Es wurde nämlich schon ein Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren angeleiert und nachträglich eingestellt. Die rechtsstaatlichen Prinzipien sind aus unserer Sicht massivst beleidigt worden, vor allem dadurch, dass dieselbe Gebietskörperschaft, die das Projekt betreibt, auch die Instanz ist, die es bewilligt. Unter solchen Voraussetzungen kann eine faire Evaluation von all dem, was wir hier an Schäden an Umwelt und Lebensqualität zu erleiden haben, nicht erwartet werden. Dagegen protestieren wir auf das allerkräftigste!

Die Verwaltungsgerichtshofbeschwerden, die wir laufen haben, sind in Österreich allerdings in der Abwicklung sehr langsam – man sieht das am Beispiel des Kärntner Ortstafelkonflikts, auf den ich mich jetzt nicht einlassen will, aber es ist faszinierend, dass es möglich ist, einem bestehenden Verwaltungsgerichtshoferkenntnis keinerlei Folge zu leisten – sodass die Hoffnung auf die Durchsetzbarkeit, selbst wenn die Beschwerden erfolgreich sein sollten, sehr gering ist. Weil um jeden Preis versucht wird, vollendete Tatsachen zu schaffen mit Hilfe von Kettensägen und Baggern.

Da wir uns seitens der PUK nicht immer nur als „Neinsager“ dastehen wollen, ein paar Hinweise, in welche Richtung wir gehen sollten. Was wir brauchen, ist eine massive Förderung des öffentlichen Verkehrs, des öffentlichen Personennah- und Regionalverkehrs, ihn so zu gestalten – tarifmäßig, und auch von seiner Qualität, seiner Frequenz, seinem Angebot, dass es jedem verrückt erscheinen muss, sich ins Auto zu setzen, um eine Routinefahrt nach Wien o. ä. m. zu unternehmen. Insbesondere dadurch, dass massiv öffentliche Gelder – es sind auch Ihre Steuerleistungen – verwendet werden für Straßenbau, bleibt kein Geld mehr für eine entsprechende „sanfte Mobilität“, nämlich Radwege, fußläufige Verbindungen, die im innerstädtischen Bereich sehr zu wünschen übrig lassen. Es wurden keine Programme gemacht, in denen die örtliche Raumplanung dafür sorgt, dass die Nahversorgung wirklich in den einzelnen Grätzeln möglich ist. Ebenso wichtig ist die Einführung von bestimmten Diensten, wie Fahrgemeinschaften zu unterstützen, Shuttles mit Parkplätzen und dezentralen Sammelstellen, die es jedem ermöglichen, ohne lange Wartezeiten in die entsprechenden leistungsfähigen Verkehrsmittel einzusteigen, die wir ja ohnehin haben.

Generell geht unser Anliegen dahin, dass wir einer „Los-Angelisierung“, d. i. einer Weiterentwicklung in Richtung Schlafstädten, mit ihrer Notwendigkeit hinauszupendeln, endlich einen Riegel vorschieben, indem wir dafür sorgen, dass lokal etwas passiert, um die Lebensqualität zu erhöhen.


Gen. Dir. Prof. Dr. Bernd Lötsch

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Allein die Flüstertüte erinnert mich natürlich an Hainburg. Die vielen lieben Gesichter. Auf der einen Seite ist es beunruhigend, dass es immer dieselben sind, auf der anderen Seite ist eine Sorge, die der Peter Weish und ich manchmal haben, dadurch zerstreut. Wir haben manchmal das Gefühl, wir sind zu etabliert, wir sind „mainstream“, wie’s auf Deutsch heißt, und wir sind wieder einmal eine Minderheit, die in Liebe aber mit Bestimmtheit gegen den Strom schwimmt. In der Kirche predigen ist auch wichtig. Die Kirche macht das seit 2000 Jahren, und wenn sie nicht zuviel Blödsinn macht, wird sie es noch 2000 Jahre lang tun.

Liebe Freunde, man stellt uns immer wieder die Frage, ob so etwas wie Hainburg heute noch möglich wäre. Und meine Antwort ist prompt: schau’ma nach Klosterneuburg. Es kommt ja nur auf das Ausmaß der Provokation an, die man den Bürgern antut. Der Österreicher ist ein schlafender Löwe, wehe man reizt ihn..Nach Hainburg und nach Zwentendorf hat der bedeutendste Zeitungsherausgeber Hans Dichand den klassischen Ausspruch getan: „Wir Österreicher sind großartig“ – Kunstpause – „für Minuten ihrer Geschichte“.also brauchen wir wieder ein paar großartige Minuten unserer Geschichte.


Zum Thema – ich hab mir einiges aufgeschrieben, nicht weil ich nicht weiß, was ich Ihnen sagen will, sondern damit ich Ihnen nicht zuviel sag. Ich darf jetzt Knoflacher zitieren, „Österreich ist ein Land, in dem man versucht alle Probleme, ob sie sich dafür eignen oder nicht, durch „Bauen“ zu lösen. Und ich kann das bestätigen, weil nach der Pattstellung in Hainburg, folgte ein überforderter Kanzler Sinowatz (ohne es zu wissen) einem Ausspruch des Kaisers Franz-Josef, der gesagt hat: „ich werde nachdenken …lassen“, und holte die unregierbarsten Wissenschaftler in die Ökologiekommission der Bundesregierung – zur Beschäftigungstherapie. Aber er hat uns dann beiseite genommen bei der Gründung der Ökologiekommission, und hat gesagt: „aber baut muss was werden, sunst geht ja nix mehr, sonst könnt ma die Republik ja gleich zusperren.“ Der Günther Nenning hat ihm gesagt: „Herr Bundeskanzler, die Republik ist keine Baufirma“. Aber Nenning irrte wie immer, wenn er die Wahrheit sprach, die Republik ist eine Baufirma. Und so sieht sie auch aus: 95% der Fließgewässer technisch verfremdet, kanalisiert und verbaut – allein in Niederösterreich. Der Trend zur Zweit- und Drittstraße ist in vollem Gange. Menschenleere Baggerwüsten werden noch immer von Gewerkschaftern und Industriellenvertretern ohne zu erröten als Beschäftigungspolitik bezeichnet.

Wenn man so überlegt, hat Hermann Knoflacher natürlich absolut recht, wenn er sagt, alle Probleme wollen sie durch Bauen lösen. Heute wissen wir, dass Kraftwerksbau keine Problemlösung für das Energiethema ist, sondern dass man verbraucherseitig ansetzen muss. Und ebenso kann Straßenbau das Verkehrsproblem nicht lösen, sondern eskalieren, nur aufschaukeln. Jörg Mauthe, den Ihr vielleicht noch in Erinnerung habt, hat gesagt: „Neue Straßen bauen, das ist wie Ratten füttern“ – und genau das versucht man. Wir haben in der Abendröte des Erdölzeitalters, über die Peter Weish wahrscheinlich noch sprechen wird, ganz andere Sorgen, als Autoschneisen in Auwälder – in letzte Auwälder – hineinzubetonieren. Wenn ich mir so anschaue, was Bürgerinitiativen in den letzten Jahren erreicht haben – Sie kennen ja unsere Verfassung. Sinngemäß heißt es darin: „Alle Macht im Staate geht vom Volke aus“ – und Günther Nenning hat gesagt: „Und wann kommt sie zurück?“. Darum war ja die größte Macht im Staate die Trägheit seiner Bürger, denn mit dieser Trägheit ließ sich fast absolutistisch regieren. Und nun wachen sie wieder auf, die Bürger. Beispiele: Hainburg ist erwähnt worden. Eine Flötzersteig-Stelzenautobahn wurde per Volksentscheid verhindert. Die Ennstaltrasse von der Bürgerinitiative NETT (Nein zur Enns-nahen Transit Trasse) verhindert, mit EU-Naturschutzhilfe. Der Neusiedler See wurde gerettet, nämlich vor der zweitlängsten aber mit Abstand überflüssigsten Autobrücke Europas. Sie können sich wahrscheinlich gar nicht erinnern, dass 1971 der Landeshauptmann Kery eine Autobahnbrücke über den Neusiedler See bauen wollte. Alle 6 Nationalparke, sind die Frucht von Bürgerbewegungen. 5 von 6 Nationalparken im Kampf gegen große Kraftwerksprojekte, und der sechste Nationalpark – der Neusiedler See – wurde nur durch die Verhinderung dieser Wahnsinnsbrücke über einen abflusslosen Steppensee möglich. Das heißt: es ist nicht aussichtslos. Als Peter Weish und ich in Hainburg an diesem besagten Montag mit einem Häufchen von vielleicht 200-300 Leuten den Baumaschinen entgegentraten, glaubten wir nicht, dass wir gewinnen würden. Wir sind nur deshalb da hin gegangen, weil wir der Öffentlichkeit und den Medien zeigen wollten, dass hier etwas Falsches geschieht. Und wir haben uns über die scheinbare Aussichtslosigkeit hinweg die Geschichte des Leonidas erzählt, dem an den Thermopylen die Perser einen Botschafter schickten und sagten: „Gebt den Widerstand auf. Unsere Pfeile werden die Sonne verdunkeln“. Und Leonidas hat geantwortet „Dann werden wir im Schatten kämpfen!“. Wir sind halt Schattenkämpfer, und ich glaube, es ist noch sehr viel „Graswurzelarbeit“ nötig, um das zu kommunizieren, was wir kommunizieren wollen. Tatsache ist, dass Klimaforscher sagen „’runter von diesen wahnsinnigen CO2-Emissionen! Runter vom lungengängigen Feinstaub aus dem rasenden Motorverkehr und auch ’runter von den unverbrannten Kohlenwasserstoffen, Kohlenmonoxydemissionen und Stickoxiden, die uns das bodennahe Ozon bescheren“. Tatsache ist, dass Energiefachleute und Nationalökonomen sagen „’runter vom ölabhängigen Massengebrauch des Kfz“. Tatsache ist, dass Zukunftsforscher sagen, dass wir einfach andere Sorgen haben sollten, wenn wir eine Milliarde Schilling zur Verfügung haben, statt diese in die Zerstörung einer Au zu investieren. Tatsache ist, dass Raumplaner uns sagen: „Je mehr Verkehr, umso schlechter wird die Nahversorgung“. Jetzt hat Klosterneuburg noch ein Krankenhaus und Korneuburg noch ein Krankenhaus. Jetzt hat die eine Seite noch ein Gymnasium, die andere Seite noch ein Gymnasium. Eine Seite ein Postamt, die andere Seite noch ein Postamt. Sobald Sie neue AutoVerbindungen schaffen, gehen Nahversorgungsqualitäten zugrunde. Das war schon die Diskussion beim ersten Anlauf des Versuches, einen Brückenzubringer durch die Au zu schlagen.

Meine Idee ist: auf keinen Fall nachgeben, auf keinen Fall entmutigen lassen. Es liegt nämlich deshalb im Staate vieles schlecht, weil das Gebrüll der Baulöwen stärker ans Ohr der Politiker dringt als die Nöte der Bevölkerung. Die heutige Demonstration soll das ändern, und ich kann Euch nur sagen: eine unserer großen Stärken ist trotz alledem die Friedlichkeit und die Gewaltlosigkeit mit der wir dies tun, und vor allem: bewahrt Euch den Humor, bei aller berechtigten Erbitterung. Ich meine, es könnte keinen besseren Symbolort für eine österreichische Konfliktlösung geben als einen Weinort. Die letzte Bürgerinitiative, die ich unterstützt hab, war Grinzing, und jetzt sind wir in Klosterneuburg. Das heißt: feiern wir beschwingt das erwachende Bürgerbewusstsein bei einem Krug Wein, beobachten wir die Reaktionen der Politik, und gehen wir umso nüchterner zur Wahl. Dankeschön!


Quintessenz: Auzerstörung ist keine taugliche Verkehrspolitik, sondern eine Verkehrserregung an einer neuen, hochsensiblen Stelle Klosterneuburgs. Diese Au liegt zwar nicht in einem Nationalpark – sie ist in Wahrheit aber noch viel schützenswerter: ihr immenser Wert liegt in ihrer Stadtnähe. Sie ist der schönste naturnahe Stadtpark den man haben kann. Der Erholungswert ist deshalb so hoch, so unersetzlich, weil sie an den Stadtkern grenzt.

Man hat mittlerweile viel mehr Erfahrung mit sogenannten Um-Fahrungen: selbst wenn die neue Trasse 50% der Kfz Zahl, die sich jetzt durch den Ort müht, ableiten könnte, wäre dies keine merkliche Entlastung, wohl aber Erzeugung von Umweltleid an anderer Stelle. Halbiert man die Verkehrsstärke z. B. vomn2000 auf 1000 Pkw/Stunde. (oder von 1000 auf 500), so reduziert das den Lärmpegel keineswegs auf die Hälfte sondern nur um 3dB(A), was nur im direkten Vergleich nebeneinander merkbar wäre. Der Lärm sinkt nicht proportional der Verkehrsdichte – leider. Womit der Lärm aber proportional geht ist die Geschwindigkeit – halbe Fließgeschwindigkeit, halber Lärm (Senkung um 10dB(A) heißt Lärm Halbierung)

Ein so langsamer Durchzugsverkehr lärmt wenig, wird er flüssiger wird er lauter. Deshalb baut man Ortsdurchfahrten rück. In Klosterneuburg besteht der Rückbau bereits durch seine Gassen Struktur. Früher musste man in Städten auch den langsamen Verkehr bekämpfen, wegen der dann höheren Pb,CO, Russ- und CnHx Werte. Das wenigstens hat uns die breite Pflicht zum Abgaskatalysator Gott sei Dank heute abgenommen.

Man muss bei leidenschaftsloser Abwägung sagen:

Der neue Straßenbau

  • zerstört Stadtnatur,

  • wirkt als Verkehrserreger (z.B. auf solche die Klosterneuburg derzeit klugerweise großräumig umfahren)

  • zieht noch stärker verkehrserregende Folgeplanungen nach sich (Brückentrasse) und entlastet den Stadtkern nicht im erhofften Ausmaß.



Univ. Prof. DI Dr. Hermann Knoflacher

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Meine Sehr geehrten Damen und Herren. Die Sache hat etwas mit der Hirnentwicklung zu tun. Sie wissen, dass Kinder sehr gerne Süßigkeiten essen, weil ihre Hirnentwicklung noch nicht so weit fortgeschritten ist. Sie merken die Süßigkeiten im Mund, evolutionär bedingt wissen sie, dass das Energie ist, also kommt der Fresstrieb heraus. Wenn man erwachsen wird, entwickeln sich weitere Hirnschichten, man weiß dann, dass das Wirkungen auf die Figur hat. Um die negativen Wirkungen auf die Figur, die Zähne und die Gesundheit auszuschließen, beherrscht man dann diese Fresssucht. Hier sind höhere Schichten ins Spiel gekommen, die verhindern, dass man sich selbst mutwillig zerstört.

Mitte des 20. Jhr. war der Straßenbau, das Verkehrswesen so entwickelt, dass man geglaubt hat: mehr Autoverkehr, mehr Straßen. Gegen Ende des 20 Jhr. haben sich im Verkehrswesen auch die oberen Hirnschichten langsam ins Spiel gebracht, und man kam d’rauf: mehr Autoverkehr, mehr Feinstaub, mehr Gesundheitsverluste, mehr Zerstörung lokaler Betriebe und dergleichen, und man hat in den 80er Jahren etwa begonnen, keine Straßen mehr zu bauen, wo qualifizierte Verkehrsplanung betrieben wurde. D.h. statt Straßenbau hat man begonnen, den öffentlichen Verkehr zu entwickeln. Ich war selbst bei der Geburtsstunde in Wien dabei als man den Radverkehr sozusagen „abtreiben“ wollte. Ich hab dem damaligen Stadtrat gesagt, es wäre zweckmäßig in Wien Fahrradverkehr einzuführen. Hat er gesagt: „Was wolln’S, i bin im Krieg von Wien nach Prag mit dem Fahrrad gefahren, das hat ma g’reicht!“. Sie wissen, in Wien gibt es in der Zwischenzeit Radverkehr. Ich war sozusagen eine Ein-Mann-Bürgerinitiative. Man hat seinerzeit auch geplant in Wien, am Heldenplatz eine 5000 Pkw-Parkgarage zu bauen, dafür die Ringstraßenbahnen einzustellen, damit man die Rampen unterbringt. Ich hab damals ein Gutachten gemacht, das nachweist, dass man die Ringstraßenbahnen fahren lassen soll und die Garage nicht bauen soll. Das ist von wachen Politikern aufgenommen worden, die in der Lage waren, mit der technischen Entwicklung geistig Schritt zu halten. Das ist ganz entscheidend.

Wir befinden uns hier in einem Landschaftsschutzgebiet. Wenn Sie hier hinaufgehen werden Sie beim Eingang zum Parkplatz eine Tafel finden, da steht d’rauf „Landschaftsschutzgebiet“. Das hat auch seine Berechtigung. Es gibt entlang der Donau, und damit entlang dieses gesamten fantastischen Weges kein einziges Gebiet, wo sich Natur und Kultur so verbinden wie das Kloster mit der Au und der Kastanienallee. Und das soll zerstört werden. Es gibt wahrscheinlich kaum irgendwo einen Platz in Österreich und vermutlich der ganzen Welt, der so landschaftsschutzwürdig ist in dieser einmaligen Symbiose. Das Gesicht Klosterneuburgs wird durch diesen Anblick geprägt, und die Veränderung im Sinne dieses absurden Straßenprojektes entspricht ungefähr einer Operation, bei der man einem Patienten die halbe Nase entfernt. Die Landesregierung und die Gemeinde sind bereit, aus irgendwelchen Gründen die Stadt Klosterneuburg in einem ganz empfindlichen Teil – jenem Teil, den jeder sieht wenn er von Wien kommt – ganz massiv negativ zu verändern. Bernd Lötsch – oder Bernd Schweeger hat ja bereits gesagt, wir befinden uns nicht nur in einem Landschaftsschutzgebiet, wir befinden uns hier auch in den Alpen. Hier gilt die Alpenkonvention. Und diese Straße verläuft – und damit ihre Wirkung im Verkehr – quer zum Alpenhauptkamm, der hier endet. Es gibt die Alpenkonvention, die Österreich ratifiziert hat. Man dürfte hier eigentlich keine Straße bauen. Es gibt genügend Argumente rechtlicher Art, die in einem Rechtsstaat ausreichen müssten, dass man solche Straßenprojekte grundsätzlich verhindert.

Es gibt in NÖ auch ein Raumordnungsgesetz. Die Raumordnung hat hier klare Ziele festgeschrieben, um die Hirnentwicklung der Projektanten etwas zu fördern. Da steht drinnen, dass man die Landschaft schonen muss, dass man jene Verkehrsarten fördern muss, die nicht abhängig sind vom Erdöl, dass man den öffentlichen Verkehr, den Fußgänger und den Radfahrer bevorzugen muss. Ganz klare Ziele, deshalb steht es ja am Anfang dieses Raumordnungsgesetztes – alles andere muss diesen Zielen später untergeordnet werden. Wenn man diese Prinzipien hier anwendet, dann dürfte diese Straße nach den NÖ Raumordnungsgesetzen nicht einmal angedacht werden. Es ist eine perverse Situation, dass derjenige, der über die Raumordnung befindet, gleichzeitig auch der „oberste Projektchef“ für dieses Projekt im Bereich der Planung ist. Es ist ja keine Planung. Wenn es eine Planung gäbe in NÖ, dann gäbe es das Projekt überhaupt nicht. Es ist eine Projektierung irrtümlicherweise unter dem Decknamen der Planung verkauft worden. Weil „planen“ bedeutet ja, die Folgewirkungen der Handlungen für später zu analysieren und zu verantworten. Das macht hier keiner. Die verhalten sich so wie die kleinen Kinder, die eben hemmungslos der Süßigkeit frönen. Entweder ist bei ihnen der Hirntod eingetreten, oder sie waren nicht in der Lage, normale menschliche Entwicklungen mitzumachen.

Die Finanzierung dieses Projektes erfolgt ja nicht aus privaten Mitteln, die Finanzierung erfolgt aus Steuermitteln. Das ist jeder von uns. Und in Österreich gibt es eine Verfassung, und in der Verfassung steht die Sparsamkeit der Geldmittelverwendung. Wenn – wie die Projektanten behaupten – durch dieses Projekt kein zusätzlicher Verkehr generiert wird, dann ist das eine reine Geldmittelvergeudung, weil für die gleiche Menge an Autofahrten eine Milliarde (Schilling) zusätzlich an Geld aufgewendet wird. Wenn das Geld aber sinnvoll eingesetzt wird, im Sinne des Umweltschutzes, im Sinne des NÖ Raumordnungsgesetzes, dann müsste dieses Geld eigentlich für öffentlichen Verkehr eingesetzt werden. Und man bräuchte dieses Geld gar nicht für den öffentlichen Verkehr, um den Klosterneuburgern ideale Verhältnisse für alle Zeiten im öffentlichen Verkehr zu finanzieren: allein um die Zinsen dieses Kapitals, wenn man es einigermaßen risikolos irgendwo anlegt, könnte man allen Klosterneuburger Familien auf alle Zeiten eine Freikarte im öffentlichen Verkehr schenken – und das Kapital dabei behalten. Wenn dieses Projekt realisiert werden sollte – was ja hoffentlich nicht anzunehmen ist in einem Kulturland wie Österreich – dann bedeutet dies eine massive Gesetzesverletzung in mehrfacher Hinsicht national und international. Es bedeutet eine Verringerung der Chancen der Entwicklung für Klosterneuburg, weil wenn der Verkehr tatsächlich „wirtschaftsfreundlich“ ist, hier bedeutet es, dass das Geld in Zukunft nicht mehr durch Klosterneuburg und damit die Geschäfte fließt, sondern bei den Geschäften vorbei fließt. Es ist meiner Ansicht nach völlig unverständlich, dass nicht sämtliche Klosterneuburger Geschäftsleute geschlossen auftreten, um sich gegen dieses Projekt massiv zur Wehr zu setzen.

Es ist aber ein Projekt, das einer gewissen Tradition in Klosterneuburg entspricht. Wenn Sie die Eisenbahn queren, kommen Sie auf der anderen Seite in einen wenig geschickt gestalteten Parkplatz, mit einer etwas verzwickten Aufstellungsart für die Autobusse. Der Parkplatz wurde nicht im Interesse einer zweckmäßigen Verkehrslösung gemacht, sondern den Wünschen eines mächtigen Mannes entsprechend, der daneben seine Anlagen, seinen Betrieb hat, gestaltet.

Und ein bisschen erinnert mich das ganze auch an dieses Projekt hier, weil in Zukunft alle Klosterneuburger über einen Platz, der ein „Essl-Platz“ sein wird, fahren werden müssen. Heute fährt man noch vorbei, in Zukunft ist das das Entrée eines internationalen Großkonzerns, der seinen Sitz glücklicherweise in Klosterneuburg hat. Ich weiß nicht, wie weit das das Projekt beeinflusst hat. Es gäbe nämlich wesentlich bessere Lösungen für den Anschluss ins Gewerbegebiet, ohne Bedrohung der gesamten Au und dessen, was Bernd Schweeger gesagt hat.

Es sind aber nicht nur die Landesregierung und die Gemeinde hier im Boot, sondern auch die Kirche. Dieser Grund und Boden – die Au – gehört dem Kloster. Das heißt, es wäre in der Hand der Kirche gewesen. Die Kirche hat auch eine Verantwortung, die Schöpfung zu schützen. Mir wurde folgendes Zitat zugetragen: Anlässlich einer Versammlung in Klosterneuburg habe der Landeshauptmann seine Sorge öffentlich kundgetan, dass der Abt schlecht schlafe. Er soll ihm gesagt haben: Bernd – er heißt auch Bernhard, wie der Schweeger – reg Dich nicht auf, schau am nächsten Tag auf Dein Konto, und Du wirst wieder beruhigt sein. Ein erschütterndes Bild, (a) wie man jemanden behandelt und (b) noch erschütternder, wie sich die Kirche aufführt bzw. behandeln lässt.

Jene Menschen die hier sind, und jene die seit Jahrzehnten gegen diese Projekte kämpfen, bezeichnet man als „Verhinderer“, und Bernd Lötsch hat ja bereits gesagt, was die „Verhinderer“ bisher bewirkt haben: sie haben das Tor für die Zukunft offen gehalten. Das heißt jedes Projekt, das wir heute verhindern, von dem wir erkennen, dass es die Zukunft von uns allen, die Zukunft unserer Schöpfung bedroht, öffnet das Tor für die tatsächliche Zukunft und unendlich viele Optionen für wesentlich intelligentere und bessere Projekte. Hainburg hat nicht zum Nachdenken geführt sondern das Denken überhaupt erst eingeleitet, und es wäre auch zweckmäßig in Klosterneuburg mit dem Denken zu beginnen, weil das Denken die Voraussetzung ist, um aus diesem derzeit in der Projektierung vorhandenen infantilen Zustand zu einem Zustand des Erwachsenwerdens und damit des Verantwortens dessen, was man tut, zu gelangen. Vielen Dank!


Univ. Doz. Dr. Peter Weish

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Als dritter Öko-Veteran ergreife ich das Wort, möchte eine etwas erweiterte Perspektive noch ansprechen, und zwar: wie kann´s denn weitergehen mit der ganzen Energieversorgung und mit dem ganzen Fortschritt, die wie in den letzten Jahrzehnten erlebt haben.

Ernst Friedrich Schuhmacher, der große Ökonom, hat das ja sehr deutlich gesagt, es waren einige Jahrzehnte billigen reichlichen Erdöls, die uns diese unglaubliche Ballung von Siedlungen geschaffen haben, von Industrien und das unglaubliche Verkehrssystem.


Es sind auch durch dieses billige Öl Materialien so billig geworden, dass man eine Verschleißproduktion gemacht hat, Wegwerfproduktion, aber aus einer längeren, weiteren Zeitperspektive ist völlig klar, dass diese Episode der Ölschwemme eine vorübergehende Erscheinung in der Menschheitsentwicklung sein wird und da ist gar nicht so viel Zeit erforderlich, denn wer sich heute die Statistiken anschaut, der Ölförderung und der Prospektion, der erkennt - das man auch in den Internetseiten der Ölkonzerne nachlesen - dass wir sehr nahe an der Spitze der Förderung von Erdöl sind. Mit anderen Worten, die Nachfrage wird weiter steigen und das Angebot wird stagnieren.


Erst vor wenigen Tagen habe ich einen sehr spannenden Bericht gehört, von einem Greenpeacer, Alexander Egit, die meisten werden ihn kennen, der in China Greenpeace aufgebaut hat in den letzten Jahren, also die Anfänge mit betreut hat, und er hat erklärt, wie es dort industriell weitergeht, da gibt es gewaltige Wachstumspläne, China verbraucht heute pro Kopf zirka 1 kW Energie, also als Dauerleistung. Wir in Mitteleuropa, Österreich, Deutschland ca. das Fünffache. Es sind eine 1 Mrd. Menschen in China, die bei diesem Industriealisierungsprozess mitmachen werden. Die Chinesen haben auch ehrgeizige Programme, die Energieeffizienz zu steigern, das wird aber bei diesem wirtschaftlichen Aufschwung, den sie vorhaben, nicht den Verbrauch reduzieren, sondern nur den Verbrauch drosseln – „Wertschöpfungseinheit“ – mit anderen Worten, die Chinesen werden unglaublich starke Konkurrenten sein am Erdölmarkt – in kürzester Zeit.


Was ich sagen will, ist, dass es absurd ist, was wir heute immer wieder hören, in 10 Jahren wird es das doppelte Verkehrsaufkommen geben auf den Straßen, in 10 Jahren wird es das doppelte Transportaufkommen an Gütern, Massengütern geben und ähnliches, und das kann gar nicht passieren. Und das darf gar nicht passieren, es wird ein Systembruch auftreten und es wird ganz klar sein, dass jede Fehlinvestition, die wir heute tun, uns diesen Bruch im System noch viel schmerzhafter erleiden wird lassen. Die fossile Energie, das Erdgas zum Heizen wird empfindlich teurer werden.

Wir müssen heute diese Milliarden, die da in unnötige Straßen gesteckt werden, in die Verbesserung der Bausubstanz investieren, nicht nur wie es jeder Häuselbauer eh tut, sondern ein ganz ehrgeiziges Programm, das staatlich gefördert wird, es sind Weichenstellungen möglich, ja auch notwendig im Steuersystem.

Wenn man sich jetzt mit den Politikern befasst, mit den Leuten, die unsere Zukunft planen, dann kommt man eben dahinter - und es haben auch meine Vorredner deutlich gesagt - dass da sehr wenig Vernunft zu orten ist, sondern sozusagen Systemabhängigkeit, Verflochtensein in selbst geschaffenen Systemzwängen und überhaupt nicht die Möglichkeit von Gestaltungsspielräumen, die etwas mehr bewegen können.

Eine schöne Geschichte hat mir ein Freund von Greenpeace kürzlich erzählt: Franz Fischler ist ja jetzt nicht mehr in der EU, sondern er ist beim Ökosozialen Forum aktiv (beim Josef Riegler), bei einer Veranstaltung hat er erklärt, was da alles jetzt geschehen wird, wo es lang gehen soll, er soll eine ganz brillante zukunftsorientierte Rede gehalten haben. Daraufhin hat ihn Wolfgang Pekny gefragt „ja aber Herr Fischler, sie haben ja doch jetzt jahrelang eine der einflussreichsten mächtigsten Positionen bekleidet, was haben sie denn da weitergebracht, von alldem was ihnen so wichtig erscheint?“

„Vorsicht“, hat Herr Fischler gesagt, „sie werden doch nicht glauben, dass man in so einer Position was bewegen kann, diese Herrschaften sind ja Sklaven der Industrie, das haben wir auch beim Gentechnik Volksbegehren festgestellt“. Also es führt kein Weg daran vorbei, dass sich die engagierten Bürgerinnen und Bürger in die eigenen Angelegenheiten mischen und gegen den Strom schwimmen.

Und da gibt’s natürlich jetzt auch, wie ich Ihnen schon an einigen Aspekten gezeigt hab, wesentliche Einsichten, dass in absehbarer Zeit alles anders laufen wird. Natürlich gibt´s viele, die sagen: „na ja, wenn das Öl teurer wird, dann machen wir halt was anderes“, aber das Andere wird noch teurer werden, „ja da gibt es so große Reserven von Methanhydrat in den Ozeanen“. Wenn man sich das genauer anschaut, gibt’s da Theorien und allerhand Ideen, aber keine nachgewiesenen Vorkommen, die abbauwürdig wären. Aber noch schlimmer, wenn die Temperaturerhöhung weitergeht, wird dieses Methanhydrat auszugasen beginnen, wie es bereits in frühen erdgeschichtlichen Epochen der Fall war, wo es dramatische Erwärmungen ausgelöst hat. Also es ist höchste Zeit, den Klimaschutz wirklich ernst zu nehmen. Und da gehören grundlegende Weichenstellungen gesetzt.

Ich möchte Sie einladen, sich an einem Prozess zu beteiligen, der Anfang Mai begonnen hat, die sog. „Konferenz der Zivilgesellschaft“. Da geht’s darum – und die Fortsetzung wird noch im heurigen Jahr stattfinden – dass wir uns darüber einigen und den Konsens verbreitern, dass grundlegende Änderungen in den Spielregeln, nach denen heute agiert wird, erforderlich sind. Da gehört nichts Geringeres dazu als z. B. Konstruktionsfehler im „Gensystem“ zu beheben und Ähnliches.

Wenn wir uns nicht engagieren, wir werden vergeblich warten, dass solche Dinge angegangen werden. Wir müssen uns zusammentun, die Wege dazu sind vielfältig. Bernd Schweeger kann allen den Zugang zu dieser Konferenz der Zivilgesellschaft auch weisen, da wird sich etwas bewegen (Zwischenruf BS: ist schon auf Homepage http://volksgesetzgebung-jetzt.at/index.html, oder http://www.glocalist.at). Es geht ja um sehr viel: es geht um die Zukunft, und wir können es uns einfach nicht leisten, so weiterzuwursteln, wie bisher, und es wäre naiv und absurd, wenn wir auf die Politikern vertrauen würden (… Applaus). Sie sind, wie gesagt, Systemsklaven mit ganz geringen Spielräumen. Nur der Druck von der Basis – nur der organisierte Druck – wird etwas bewegen, und daher: weitertun, engagieren, nicht müde werden. Ein Spruch der mir auch wichtig ist: Resignation ist nicht erlaubt, die können wir uns nicht leisten! Danke!


Dr. Gerhard Hertenberger

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Wir befinden uns hier in dieser wunderschönen Au unterhalb eines riesigen Stifts, an einer Stelle, wo eine Straße sein soll, wo dann die Lastwagen brausen und der Pendlerverkehr. Wenn wir uns dieses Projekt anschauen muss uns bewusst sein, dass es sich dabei nur um eine Facette eines riesigen Netzwerkes aus Schnellstraßen und Autobahnen handelt, die im Osten Österreichs geplant sind. Nicht nur hier haben wir dann eine Straße quer durch den Wald, wir haben das Projekt in Traismauer, oberirdisch quer durch die Au eine Schnellstraße, im Bereich der Lobau 2 Autobahnen – ursprünglich sogar oberirdisch. In den 70er Jahren war das Ganze noch auf Stelzen geplant, ähnlich der Brücke über den Neusiedler See. Heute ist im Bereich der Lobau zwar das Projekt in Tunnels versunken, aber dafür sollen am Rande der Lobau Abgastürme bis 30-50 Meter hoch kommen, aus denen die Autoabgase und der Feinstaub in hohem Ausmaß weitgehend ungefiltert hinausgeblasen und über weite Gebiete verteilt wird. Die Asfinag „behübscht“ das Ganze, indem sie auf den Plänen diese Abgastürme überhaupt nicht einzeichnet. Sie sagt: wir wissen noch nicht genau, wo diese stehen werden, und zeichnen sie erst gar nicht ein. Die Leute wissen das also großteils noch gar nicht, was auf sie zukommt. In den schönen Hochglanzbroschüren der Asfinag steht auch nicht „Abgastürme“ d’rinnen. Wenn überhaupt was steht, so „Entlüftungsbauwerke“ – Luft klingt gut, frische Luft – mit diesen Tricks sollen Leute, die sich nicht besonders vertieft mit dem Projekt beschäftigen, eingefangen werden. Es ist gut, wenn wir hier stehen, und freue mich, dass so viele da sind – ich finde das großartig! Ich weiß aus dem Bereich der Lobau, wo ich mich selbst engagiert habe, wie schwierig es manchmal ist, Menschen zu motivieren, weil sie sich sagen: „Die dort oben haben eh schon alles entschieden, wir können da nichts erreichen.“ Das stimmt nicht! Wir können etwas erreichen und wir haben genug Beispiele, z. B. in der Lobau, da haben wir Einiges erreicht, aber es gibt nach wie vor dieses riesige Netzwerk

Es gibt eine „Marchfeldschnellstraße“, die von Wien nach Bratislava gehen soll und den Transitverkehr anziehen wird. Es gibt den Autobahnring um Wien. Es gibt die Nordautobahn quer durch das Weinviertel, von der nicht ganz klar ist, wo sie in Tschechien überhaupt weiter verlaufen wird – ob sie durch oder unmittelbar neben den wunderschönen Parkareals der Schlössern Lebnice und Waldice. Man kommt hier in eine Situation, wo man sagt: „Wir sind mit der Autobahn viel schneller dort – aber es lohnt sich dann vielleicht nicht mehr hinzufahren“. Und dann gibt es so Geschichten wie (…Lastzug…) – das ist schon ein Vorgeschmack auf die Lärmkulisse, die wir dann die ganze Zeit haben werden – dann gibt es so Tricks wie mit der A23, die bei Hirschstetten im Ostgebiet gebaut werden soll. Gesagt wird es werde eine „Umfahrung“. Es ist aber eine Verlängerung der Südosttangente. Dort wohnen tausende, zehntausende Leute, die wissen noch gar nicht, dass sie die Südosttangente vor den Häusern haben werden. Wir kennen diese Tricks, mit denen den Leuten diese Projekte verkauft werden. Es wird ein Projekt in Teilprojekte zerteilt, damit sie knapp unter der Umweltverträglichkeitsprüfung durchrutschen, weil sie erst ab einer bestimmten Länge Umweltverträglichkeitsprüfung erfordern. Ich glaube mich richtig zu erinnern, dass das auch in Klosterneuburg der Fall ist, wo durch eine Projektzerteilung erfolgt ist – ja Bernd nickt. In Wolkersdorf hat man im Vorgriff auf die Autobahn eine „große Umfahrung“ gemacht. Umfahrungen sind manchmal sinnvoll, aber das dort ist bereits eine Autobahn, und die hat einen ganz komischen Knick am Schluss, und der ist ganz blöd für die Autofahrer zu fahren. Es hat sich jemand die Mühe gemacht nachzumessen, und durch diesen Knick haben sie es geschafft, bei diesem Projekt ein paar Meter kürzer zu sein als die Länge, die noch eine UVP, eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfordert.

Dann gibt es auch die Möglichkeit, dass man Autobahnknoten weglässt in den Hochglanzbroschüren. Da gibt es bei Süssenbrunn - wo man den Bürgern sagt, wir machen Euch da eine „Umfahrung“ - eine Autobahn, die hat einen riesigen Knoten, die Verknüpfung der Lobauautobahn mit der Marchfeldschnellstraße, und die Asfinag zeichnet diesen Knoten nicht ein, der fehlt auf den Broschüren. „Der sei doch da, hier sind aber nur Felder eingezeichnet!?“ Antwort: wir wissen noch nicht ob der ein paar hundert Meter weiter rechts oder links sein wird, und daher haben wir ihn einfach weggelassen. Wir müssen uns engagieren und dürfen uns hier nicht beschwichtigen lassen. Wir müssen aufstehen. Es ist wichtig in Details hineinzuschauen. Und Fragen stellen, aus dem Bauchgefühl heraus, aber auch mit unserem Wissen.

Ich rede zwar mehr über Lobau, oder auch dieses Klosterneuburger Projekt, hier gibt es viel Gemeinsames, Zusammenhänge. Durch die Lobau sollte ursprünglich noch eine Stelzenstraße durch den Auwald gehen – das war im Jahr 1970 – im Jahr 1999 hat man bereits teilweise Untertunnelung geplant, allerdings noch offen zum Nationalpark. Es hätte direkt neben dem Nationalpark einen Autobahnknoten gegeben. Also: man kann erfolgreich sein. Vielleicht wird es uns nicht gelingen viele, schon gar nicht alle dieser Projekte zu verhindern. Aber es lohnt sich, es zumindest zu probieren und auch zu akzeptieren manchmal Teil-Misserfolge zu haben. Wir sollen später einmal unseren Nachkommen sagen können: wir haben es nicht hingenommen.

Kurz noch einige Worte zur Relation Autobahnen und öffentlicher Verkehr. Wir haben hier einerseits sündteure Autobahnprojekte, die auf Pump gebaut werden. Diese Lobautunnels, diese beiden – eigentlich vier Stück – kosten 1½- bis 2-mal soviel wie die Abfangjäger. Also gewaltige Summen. Diese Kosten sind momentan noch unser größter Helfer, und wir annehmen können, dass dieses Projekt in dieser Form noch zu verhindern sein könnte, weil das Projekt jede Menge an Industrialisierung in eine derzeit noch sehr ländliche Gegend bringt. Hier kann man auch annehmen, dass damit eine gewaltige Veränderung der Infrastruktur und auch der Ortskerne entstehen wird. Uns muss es klar sein, dass Lebensqualität nicht dadurch entsteht, dass man wo „schneller dort ist“, sondern dass man sich wohl fühlen kann.

Hier haben wir immer noch nur 2 Schnellbahnzüge pro Stunde, in Kierling halten ein paar Eilzüge, am Wochenende wird es noch weniger. Gleichzeitig wird die Station Kahlenbergerdorf aufgelassen. D. h. im Bahnbereich tut sich fast gar nichts. Wenn auf der Südbahn der Schnellbahntaktfluss, Fernverkehr, Nah- und Regionalverkehr, Lastverkehr möglich ist – da müsste es doch auch hier technisch möglich sein, die Kapazität zu erweitern.

Gleichzeitig haben wir im Osten Wiens den geplanten Bau einer Marchfeldschnellstraße Richtung Bratislava, d. h. südlich der Donau wird die A6 (Spange Kittsee) nach Bratislava derzeit gebaut, nördlich der Donau ebenfalls eine Art Autobahn – die 4spurige Marchfeld-Schnellstraße – ebenfalls nach Bratislava gebaut werden. Und wie sieht es bei der Bahn aus: im Süden die Strecke über Kittsee – eingleisig!!! – mitten in Mitteleuropa die Verbindung zweier Hauptstädte eingleisig, und das mehr als 15 Jahre nach dem eisernen Vorhangs. Und nördlich der Donau: die Strecke über Marchegg ebenfalls eingleisig. Die hat nicht einmal eine Oberleitung. Und das soll sich nach den Plänen des Bundes auch nicht ändern bis ins Jahr 2015, weil es ein bisschen billiger ist, die Strecke über Gänserndorf provisorisch zu elektrifizieren. Dabei ist die Strecke nach Bratislava früher schon zweigleisig gewesen und nur im Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg und dem Ostblock wieder reduziert worden. Wir können nicht akzeptieren, dass überall Autobahnen gebaut werden und der Öffentliche Verkehr vernachlässigt wird. Hier entstehen die Weichenstellungen für die Zukunft – auch hier in Klosterneuburg – und was sich einmal eingefahren hat, der Autoverkehr und der Abbau des Öffentlichen ist wahnsinnig schwer nachträglich wieder rückgängig zu machen.

Ich denke solange Autobahnen mit Einkaufstempeln das Land überwuchern wie ein Spinnennetz und Ortskerne zu veröden drohen – wir haben im Nordosten teilweise bereits jetzt diese Situation – und wenn mit Public-Private-Partnership Geldmittel aufgebracht werden, die Bahn hingegen nur in Großprojekte investieren kann, sich aber aus der Flächenversorgung zurückzieht, solange gibt es jede Menge zu tun für uns!

Manche Leute fragen sich: „Ist es überhaupt sinnvoll sich zu engagieren? Ihr habt das ohnehin schon entschieden.“ Wir haben im Bereich der Lobau gesehen, es macht Sinn sich zu engagieren. Wenn sie es nicht getan hätten, dann hätten wir eine Stelzen-Schnellstraße in der Lobau, oder aber – Planungsstand 1999 – einen Autobahnknoten direkt im Nationalpark. Erfreulicherweise: der ist verhindert worden! Es gibt auch bei der Panozzalacke keine Autobahn-Brücke mehr. Auch dort ist noch sehr viel zu tun, aber einiges ist bereits verhindert worden. Das soll uns auch hier Mut machen. Wie man in Hainburg gesehen hat: selbst wenn die Bagger schon anrollen, auch dann ist es noch nicht zu spät sich zu engagieren.

Und auch noch eine kurze Nachricht: es sollte am Bacherplatz ein größerer Teil des Baumbestands abgeholzt werden, mit großen alten Bäumen, um darunter eine Tiefgarage zu bauen, zu der die Leute kreuz und quer durch die Gassen fahren müssen, um hin zu kommen. Es gab eine Anrainerbefragung, und 65,9% der Befragten haben sich gegen das Projekt ausgesprochen und für die Erhaltung des Bacherparks. Es macht also Sinn, sich zu engagieren, und es kann sogar schön sein, sich zu engagieren, auch wenn es keine Erfolgsgarantie gibt. Danke.


GR Dr. Bernd Schweeger

Vielen herzlichen Dank allen Sprechern, die mir aus der Seele gesprochen haben und aus dem Herzen. Ich bin während der Versammlung angesprochen worden auf die Frage: wir drängen darauf eine Volksbefragung zu machen. Das erfordert ein gewisses Maß an Vorbereitung, weil die Sammlung der dafür nötigen Unterschriften – 10 Prozent der Wahlberechtigten, d. s. ca. 2000 Unterschriften – einen exakten Text der Fragestellung erfordern. Der ist nicht da und muss erst ausgearbeitet werden. Wir werden versuchen, eine solche Befragung auf die Beine zu stellen, vor allem um die Projektfortsetzungen – die Schneise durch die Au zur Donaubrücke und den Martinstunnel – so „madig“ zu machen, dass man an uns nicht vorbeigehen kann! Wir werden Sie per Internet und unsere Zeitung wissen lassen, wie das weitergeht, wie der Text lautet und wo Sie unterschrieben können. Seien Sie nicht bös, dass das jetzt noch nicht sinnvoll ist. Unterschreiben Sie einstweilen das „Manifest für die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt“, das wir aufgelegt haben und das wir an die „beiden Prölls“ Ende dieses Monats geben werden. Ich bedanke mich bei allen und wünsche jetzt ein „Gutes Frühstück“!


Gen. Dir. Prof. Dr. Bernd Lötsch

Ich glaube Sie sollten 2 Argumente in die Bevölkerung tragen: das eine Argument ist, dass die geplante Verkehrslösung keine Entlastung, sondern eine gewaltige Verkehrserregung darstellt. Eine eindeutige Attraktivierungsmaßnahme für den Massengebrauch des Kfz im unmittelbaren Bereich Klosterneuburgs. Und das zweite Argument, das Sie bitte in die Bevölkerung tragen: Diese Auen hier sind zwar kein Nationalpark, aber sie haben eine noch höhere Wertigkeit – aus einem einfachen Grund – der Stadtnähe. Je näher ein Naturraum dem Stadtkern ist, umso höherwertig ist er umwelthygienisch und als Erlebnis- und Erholungsraum. Und genau zwischen dem Rest des Erlebnis- und Erholungsraums will man jetzt diese wirklich wahnsinnige Schneise durchfräsen, durchbetonieren. Und glauben Sie nicht, dass diese Schnellstraße einfach im Wald verschwinden wird. Leider ist Wald kein Schallschutz! Sie hören, wenn Sie im Wald unterwegs sind, schon lange bevor Sie irgendetwas sehen oder riechen, bereits den Verkehr bei einer Waldstraße. Das ist das einzige, was Pflanzen absolut nicht können: Lärmschutz bieten. Und außerdem wissen Sie, dass über 50 Km/h das Feinstaubproblem ganz dramatisch ansteigt. Das wird hier auch der Fall sein, also: Verkehrserregung. Höchstwertige Auen durch Stadtnähe, das ist in gewissem Sinne, pro Hektar gesprochen, wertvoller als so mancher Nationalpark. Dankeschön!

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Last modified 2006-07-13 07:01 PM
  • Prof. Lötsch mit "Flüstertüte" (R1)
  • Prof. Dr. Bernd Lötsch mit seiner "Flüstertüte"
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