Politisches Despotentum bei Gemeinderatssitzung vom 2. März 2007
Ideen, die nicht als die ausschließlich eigenen verkauft werden können, werden durch selbstgefälliges Verweigern vom Tisch gewischt: überhaupt darüber zu reden wird verhindert. Mehr als das ist man nicht einmal in der Lage zuzulassen, dass Inhalte, die von allen Fraktionen inhaltlich getragen werden, in den Gemeinderat gebracht werden: etwa eine Resolution des Klimabündnisarbeitskreises, der von einem zur Überparteilichkeit verpflichteten Umweltgemeinderat eingebracht wurde und von VP/Grünen abgelehnt worden war. Siehe Stellungnahme von Werner Schmidt.
Hier wird eine Stadt im
Machtrausch politisch zu Tode administriert.
Die PUK hat im
letzten Gemeinderat folgende Anträge
eingebracht:
Gr2007-1-DA-Au-Exkursionen
Nach
dem Muster des Nationalparks Donauauen soll ein System betreuter
Exkursionen durch die Klosterneuburger Au zwischen Rollfährenstraße,
Durchstich, Strandbad Kritzendorf und Donau ins Leben gerufen werden.
Ziele: der Bevölkerung und Touristen das Naherholungsgebiet
näher bringen. Ein ausführliches Grobkonzept wurde durch
die pensionierte WWF-Mitarbeiterin Mag. Bauder und Bernd Schweeger
erarbeitet und diesem Antrag beigelegt. Auch
die NÖN berichtete darüber.
Abgelehnt durch
VP/Grüne
Gr2007-3-DA-Graffiti
Graffiti
ist Bestandteil der Polit- und Jugendkultur. Sie ist nicht zu
verhindern und sollte daher zum Schutz vor simplem Geschmiere und der
Beschädigung von Privateigentum an bestimmten Plätzen
freigegeben werden, und nach dem Muster des Projektes "Wienerwand"
entsprechend gekennzeichnet werden. Sprayer, die nicht in die
Illegalität gerückt werden haben mehr Zeit und Muße,
qualitativ bessere Produkte zu erstellen. Auch
die NÖN berichtete darüber.
Abgelehnt
durch VP/Grüne
Gr2007-5-DA-Luftguetedisplay
Die
Klosterneuburger Luft ist weiterhin - je nach Jahreszeit und
Verkehrsaufkommen - stark durch Feinstaub, Ozon und deren
Vorläufersubstanzen belastet. Natürlich fehlt es
BürgerInnen, die bereit wären, etwa den Gebrauch des Kfz
etwas einzuschränken, an einer entsprechenden Rückmeldung
über die aktuelle Schadstoffsituation. Es wäre ein
Kinderspiel, diese Werte auf (derzeit ohnehin bestehenden)
elektronischen Schautafeln darzustellen
Abgelehnt durch
VP/Grüne
Gr2007-7-DA-Walk4yourLife
Eine
"smarte Idee", nicht von uns erfunden, sondern von
Australischen Gesundheitsbehörden und -einrichtungen. Es wird
angeregt, 2x/täglich mindestens 1000 Schritte zu Fuß zu
gehen als Vorbeugung gegen Herz-/Kreislaufbeschwerden und
Fettleibigkeit.
Die PUK regt an, Schrittzähler an alle
Klosterneuburger SchülerInnen zu verschenken (Kosten ca. 50 Cent
pro Stück!), um zu erreichen, dass Eltern, die Ihre Kinder mit
dem Auto fast bis vor das Klassenzimmer bringen, diese die letzten
1000 Schritte (ca. 500 Meter) zu Fuß zurück legen lassen.
Damit verbunden die Aufforderung an die Stadtgemeinde, die Schulwege
auf etwaige Gefahrenstellen zu durchforsten und diese zu
entschärfen.
Abgelehnt durch VP/Grüne
Gr2007-8-A-Anfrage
Streetworking_V2
Das ursprünglich einstimmig
im Gemeinderat vor ca. 1 1/2 Jahren beschlossene
Streetworking-Projekt sollte in der letzten GR-Sitzung des Vorjahres
(15.12.06) finalisiert werden. Der Antrag wurde unmittelbar vor der
Sitzung durch den Bürgermeister von der Tagesordnung abgesetzt.
Dies hat eine Reihe von Spekulationen über Gründe ausgelöst
die etwas verschlüsselt auch in den Medien zu lesen waren. Die
Anfrage an den Bürgermeister soll offizielle Klarheit schaffen,
aus welchen Gründen ein solcher Schritt, der entgegen einer
Gemeinderatsmehrheit gesetzt wurde, zu rechtfertigen
ist.
Beantwortung schriftlich bis zur nächsten
GR-Sitzung.
Gr2007-6-A-UmsetzungMassnahmenkatalogFeinstaub
Mit
großem politischen Getöse wurde am 30.09.2005 im
Gemeinderat ein kommunales Maßnahmenpaket für
Klosterneuburg zur Feinstaubverringerung mit Mehrheit beschlossen.
Von den 12 Maßnahmen wurde bis jetzt keine einzige umgesetzt,
was wir natürlich wissen.
Beantwortung schriftlich bis zur
nächsten GR-Sitzung.
Gr2007-4-MA-Berichterstattung
Zur
Abwechslung direkt als Minderheitsantrag (unterschrieben von PUK, SP
und FP) eingebracht. Der Bürgermeister ist eigentlich durch die
Gemeindeordnung verpflichtet, über kommunales Geschehen dem
Gemeinderat zu berichten. Das geschieht allerdings nicht.
Der
Antrag dient vor allem dazu, ein höheres Maß an
Transparenz zu schaffen. Unzählige Projekte, die irgendwann
einmal losgetreten worden waren, erhalten ein "Begräbnis
erster Klasse" (=Gemeinderats-Slang), in dem sie einem Ausschuss
zugewiesen werden und dann in der Versenkung verschwinden. Ein paar
Beispiele: Radverkehrskonzept 2001 kommt erst jetzt nach gründlichem
Protest der PUK wieder ans Tageslicht (wir schreiben 2007!!!),
Umweltmanagementsystem nach ISO14001 (2005 von PUK eingebracht,
abgelehnt, von VP/Grüne für sich reklamiert,
Mini-Untersuchung die seitens der Grünen als Persilschein
verstanden wurde, seitdem nichts mehr davon gehört. Wird könnten
Seiten mit solchen Beispielen füllen).
Abgelehnt durch
VP/Grüne
Es ist zu befürchten, dass dem einstimmig
angenommenen Dringlichkeitsantrag der PUK, Fernwärme in
Klosterneuburg (Gr2006-10-MA-Grundlagenuntersuchung_Fernwaerme)
zu evaluieren - was jedenfalls als positiver Beitrag sowohl in
Anbetracht der Klimaentwicklung als auch der Schadstoffbelastung der
Luft zu werten ist - ein ähnliches Schicksal droht. Denn die
abgesprochene Zuweisung durch 4 Ausschüsse
(Verwaltung/Org./Umwelt, Wirtschaft/Städtische Betriebe,
Stadtplanung/Entwicklung und Wohnbau/Liegenschaften) an die
Klimabündnis-Arbeitskreis, dem im selben Atemzug durch VP/Grüne
jede Kompetenz abgesprochen wird, auch nur Vorschläge einbringen
zu dürfen, erinnert schon an Symptome der Schizophrenie. Darüber
hinaus hat dieser Arbeitskreis keinerlei Befugnisse, Informationen
seitens der Fachabteilungen der Stadtgemeinde einzufordern oder
Sondierungsgespräche etwa mit Experten oder Financiers zu
führen. Denn ein Fernwärmeprojekt wäre durchaus für
die strapazierten Finanzen der Gemeinde interessant, weil damit eine
neue Dienstleistung angeboten werden könnte, die sich zu
Marktpreisen der interessierten Bevölkerung verkaufen ließe.
Trotzdem haben wir dem
VP-Umweltgemeinderat einen Referenten genannt, der sogar bereit wäre,
eine kostenlose Präsentation zum Thema kommunale Energiepolitik
und Fernwärme zu geben.