Klosterneuburger Manifest für die Erhaltung einer lebenswerten
Umwelt
Die einzelnen Thesen sind bewusst kurz gehalten. Bitte klicken Sie auf die
einzelnen Punkte, um ausführlichere Informationen zu erhalten.
Umweltschutz darf nicht tot geredet werden oder auf Papier vergilben, sondern
muss konkret umgesetzt werden. Die Umweltsituation spitzt sich dramatisch zu,
wenn die kurzfristige Lösung wirtschaftlicher Probleme in den Vordergrund
geschoben wird. Bei langfristiger Perspektive und Einrechnung aller
Folgekosten ist Umweltschutz der einzige ökonomisch sinnvolle Weg.
Verantwortung für Lebensraum muss von uns allen übernommen werden.
Es bestehen internationale Konventionen zum Schutz der Natur als
Lebensgrundlage der Menschen. Dazu zählen auch sensible Bereiche
wie der Übergang von Auenlandschaft zum Wienerwald (beides
Natura2000-Gebiete). Die Schutzbestimmungen der Alpenkonvention sind
besonders strikt einzuhalten.
Wir fordern: Aktiven Umweltschutz zum Sichern der Lebensqualität
statt Profitgier
Der Erhalt bzw. die Wiederherstellung einer gesunden Umwelt ist
eine wesentliche Voraussetzung für eine gesunde Gesellschaft.
Daher unterstützen wir Maßnahmen, die der Verminderung von
Luftschadstoffen und Lärm dienen. Auf die Verkehrsentwicklung
bezogen heißt dies, es muss alles unternommen werden, ein
attraktiv gestaltetes öffentliches Verkehrssystem mit der Bahn
als Rückgrat zu entwickeln. Dem umwelt- und gesundheitsgefährdenden
motorisierten Individualverkehr müssen Schranken gesetzt werden
(City-Maut, flächendeckende PKW-Maut, Kostenwahrheit für den
Pkw-Verkehr). Das Recht auf scheinbar grenzenlose Automobilität
darf nicht über das Recht auf eine gesundheitsfördernde Umwelt gestellt werden!
Wir fordern:
Vorrang von Gesundheit vor unbeschränktem Individualverkehr
Das Land NÖ investiert etwa 70 Mio. Euro in den klimaschädigenden
Autoverkehr. Diese 70 Mio. verschlingt nur die erste Etappe der
"Umfahrungsstraße". Für die Folgeprojekte Tunnel und Brücke sind
weitere erhebliche Summen nötig. Es fehlen die Mittel für die Förderung
des klimaverträglicheren öffentlichen Verkehrs.
Das Projekt ist weder verkehrspolitisch noch wirtschaftlich
sinnvoll und ökologisch und sozial nicht verträglich. Es
widerspricht eklatant den Prinzipien der öffentlichen Verwaltung,
nämlich: Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Wir ersuchen daher den Herrn Landeshauptmann Erwin Pröll nochmals
die Sinnhaftigkeit des Projektes "Umfahrung B14 Klosterneuburg"
grundlegend zu hinterfragen und Alternativen aufgrund neuer
Erkenntnisse zu evaluieren. Wir erwarten eine entsprechende Stellungnahme.
Die Errichtung der neuen Elite-Universität in Gugging birgt jedenfalls
kein Argument für den Straßenausbau, sondern für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.
Wir fordern:
Mehr Mittel für ein zukunftsfähiges öffentliches Verkehrssystem
Das boomende Mobilitätsbedürfnis ist eigentlich Ausdruck eines Mangels:
wir finden lokal nicht mehr, was wir fürs Leben brauchen. Es wird
systematisch Lebensraum entzogen und durch den Mythos der "großen Freiheit
auf Rädern" so getan, als ob er erweitert würde. Wir werden inzwischen
zur "Mobilität" gezwungen, weil wir sonst nicht mehr arbeiten und uns
versorgen können.
Ungebremstes Wachstum von Straßen-Infrastruktur zerstört gewachsene
Gefüge und verschärft soziale Spannungen. Raumplanung muss die menschlichen
Bedürfnisse und nicht die Interessen rein gewinnorientierter Lobbys in
den Vordergrund stellen.
Wir fordern:
Investitionen, die das Leben vor Ort attraktiv machen
Die Verkehrspolitik, wie sie das Land NÖ und der Bund seit Jahrzehnten
betreiben, fördert vor allem die Automobilität durch die
Schwerpunktsetzung auf Straßenbau.
In Ostösterreich sind es zurzeit Umfahrung Klosterneuburg, Autobahnring
um Wien durch die Lobau, Nordautobahn, Ausbau der S5 nach Krems, Donaubrücke
Traismauer, B4 Waldviertler Schnellstraße, der "2. Korridor" B8 Marchfeld
Autobahn nach Gänserndorf - Bratislava, Spange Kittsee. Der Verkehrskollaps
verursacht sich selbst und wird zum wohlbekannten Normalfall.
Automobilität geht immer auf Kosten der Fußgeher, Radfahrer und des
öffentlichen Verkehrs, verursacht höheren Energieverbrauch, mehr
Umweltbelastung
und Kosten für die Volkswirtschaft - in der Regel ohne Fahrzeiten zu verkürzen.
Wir fordern:
Verstärkung von Maßnahmen für "Sanfte Mobilität"
Straßenverkehr produziert bereits mehr CO2 als Industrie und Gewerbe
zusammen! Die Umweltschutzorganisationen fordern von Bundesminister
Josef Pröll einen Gesetzesvorschlag, in dem Österreich sich verpflichtet,
bis 2020 insgesamt 30% und bis 2050 nicht weniger als 80% der heute
ausgestoßenen Treibhausgase einzusparen. Österreich müsste nach dem
Kyoto-Protokoll gegenüber dem Basisjahr 1990 13% Treibhausgase einsparen,
liegt derzeit aber bei knapp 17% über diesen Werten!!!
Konkrete Ziele, wie dies in Österreich erreicht werden soll, fehlen.
Einige europäische Staaten, wie etwa Deutschland, haben bereits
nationale Klimaschutzziele bis 2020 fixiert.
Wir fordern:
Wirkungsvolle Politik zur Schonung unserer Umwelt
Bitte verleihen Sie dem Manifest und den darin enthaltenen Forderungen
mehr Gewicht, indem Sie Ihre elektronische Unterschrift unter das Dokument
setzen. Das Manifest wird gegen Ende Juni 2006 an Umweltminister Josef
Pröll und an Landeshauptmann Erwin Pröll übergeben werden.
Ihre Unterschriften werden sonst in keiner Weise verwendet.
Wenn Sie zusätzlich Ihre E-Mail-Adresse eingeben, werden Sie bis auf
Widerruf auf den elektronischen Verteiler der PUK gesetzt und bekommen
periodisch Informationen über unsere Arbeit.
Danke für Ihre Unterstützung.
Manifest zum Herunterladen [pdf,30kb]
Unterschriftenliste mit Manifest/Kurzbeschreibung
zum Herunterladen [pdf,250kb]