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Gastkommentar von Mag. Sabine Greßler aus dem Forum Wissenschaft & Umwelt

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Nach einer gemeinsam vom Forum Österreichischer Wissenschaftler für den Umweltschutz und der PUK organisierten Exkursion entlang der geplanten Trasse der „Umfahrungs“-straße und durch die Klosterneuburger Au bringt eine Wissenschaftlerin die Diskrepanz zwischen öffentlicher Rhetorik betreffend das Leitbild im NÖ Verkehrskonzept und tatsächlichen Planungen auf den Punkt.

Bitte unter „Aktuell“

Aus dem NÖ Verkehrskonzept (NÖ Landesregierung): Leitbild "Vermeiden, Verlagern, Verbessern, Fördern"

  • Der Gesamtverkehr darf nicht so rasch zunehmen. Es muss versucht werden, weniger Verkehr entstehen zu lassen, d.h. Verkehr zu vermeiden.

    Mehr Straßen bedeuten aber mehr Verkehr. Der motorisierte Individualverkehr lässt sich nur durch ein umfassendes strategisches Gesamtverkehrskonzept mit Schwerpunkt öffentliche Verkehrsmittel verringern.

  • Der Verkehr muss unter Berücksichtigung sozialer und volkswirtschaftlicher Vorgaben zunehmend auf jene Verkehrsträger verlagert werden, die die vergleichsweise geringsten negativen Auswirkungen zeigen.

    Der Bau der „Entlastungsstraße“ in Klosterneuburg steht genau in die entgegengesetzte Richtung: Lärm, Belastung durch Abgase und Feinstaub, Zerstörung von Naturraum, Landschafts- und Ortsbild statt Ausbau von und Verlagerung auf öffentliche Verkehrsmittel.

  • Für den nicht verlagerbaren Verkehr müssen alle Mittel zur Verbesserung ausgeschöpft werden, damit dieser möglichst umweltfreundlich und verkehrssicher abgewickelt werden kann.

    Der Bau einer neuen mehrspurigen „Entlastungsstraße“ ist die umwelt-unfreundlichste Methode dem Verkehrsproblem in Klosterneuburg zu begegnen. Es liegen wesentlich umwelt- und sozialverträglichere Konzepte vor, denen unbedingt der Vorzug zu geben ist.

  • Die in einer Gesamtbetrachtung als "sinnvoll" anzusehende Mobilität soll unter Beachtung von Nutzen-Kosten-Überlegungen systemübergreifend gefördert werden.

    Werden BürgerInnen zu Mobilität gezwungen, kann dies nicht als „sinnvoll“ angesehen werden. Anstelle von Einkaufszentren und Gewerbeparks entlang von Durchzugsstraßen („Speckgürtel“) müssen Einzelhandel und Betriebe im Ortsverband gefördert werden, sodass eine Nahversorgung gewährleistet ist und gewachsene Strukturen erhalten bleiben. Keine Gemeinde sollte gezwungen werden, eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität in Kauf zu nehmen, damit der Durchzugsverkehr flüssiger wird.

Mag. Sabine Greßler

Last modified 2006-05-31 04:48 PM
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