Antwort auf Brief LH Pröll Weihnacht 2008
Auf den folgenden Brief musste es eine Antwort geben (siehe im Anschluss):

Herr Landeshauptmann Dr. Pröll, 24. Dez. 2008
Eigentlich erfordert ein solcher Brief keine Antwort, und ich hätte mir gewünscht, dass Sie meinen Weihnachtsfrieden nicht dadurch stören, dass ein solcher Brief just am 24. Dezember in meinem Postkasten landet.
Der Brief entlarvt Mangel an Feingefühl und Respekt, das Sie mir als erbittertem Gegner des unter Einsatz von Steuermitteln überhandnehmenden Straßenbaus erweisen. Der Wert einer Briefmarke aus ebensolchen Steuermitteln ist natürlich gegenüber den 77 Millionen Euro, die das Projekt laut Rechnungshof gekostet hat eher gering, wäre aber in unser beider Interesse vermeidbar gewesen.
Ich teile Ihre Vorstellung bezüglich Lebensqualität offenbar nicht.
Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass dieses Projekt auch nur einen einzigen Verletzten weniger bewirken wird. Dafür wird der Schadstoffausstoß das Leben einiger Menschen kürzen.
Dieses Projekt wurde nicht für mich, sondern gegen meinen Willen errichtet.
Die Behauptung der Entlastung einzelner Stadtteile um 25 bis 65 Prozent ist schlicht falsch – ich lade Sie ein, den unlängst veröffentlichten Bericht des Rechnungshofes über Klosterneuburger Raumplanung zu lesen, in dem diese Entlastung nicht gesehen wird. Und selbst wenn diese Prozentsätze zutreffen sollten, werden dann genau diese Fahrzeuge an anderen Stellen ein Mehr an Belastung bringen. Was sagen Sie eigentlich denen? Ach ja, dafür gibt es ein modernes Wort: Kollateralschäden.
Wirkliche Probleme der Gesellschaft lassen sich durch Bauen von Sandburgen eben nicht lösen – und Straßenbau ist nichts anderes als eine größere Sandburg – darin waren wir als 3jährige alle schon ziemlich gut. Probleme wie zum Beispiel sozialer Friede, gerechte und nachhaltige Nutzung von Ressourcen, Modelle der Gesundheitsfürsorge, Altersfürsorge, Armutsbekämpfung, qualitativ hochwertige Arbeitsplätze für Frauen und Männer, ein umweltschonendes Wirtschafts- und Transportsystem erfordern aber etwas andere Fähigkeiten zu ihrer Lösung.
Ich weiß nicht, wer diesen Brief sonst noch bekommt. Ich jedenfalls fühle mich durch ihn ver…..t. Und die Briefmarke spare ich außerdem noch.
Bernd Schweeger
Und eine weitere Antwort:
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!
Ich habe Ihren Weihnachtsbrief erhalten, kann aber Ihre Ansicht, die Umfahrung bringe eine Verbesserung der Verkehrssicherheit und Lebensqualität, weiterhin nicht teilen.
Erstens ist mir rätselhaft, wie man heutzutage immer noch die Augen davor verschließen kann, wie dringend notwendig es ist, vom privaten Verkehr abzurücken und keine Möglichkeit auszulassen, aktiv zu einer Verminderung von Schadstoffausstoß beizutragen, um unsere liebe Welt nicht umzubringen, bevor es zu spät ist. Sogar unser Bürgermeister Dr. Schuh, von Anbeginn ein glühender Verfechter der Umfahrung, hat in seiner Weihnachtsansprache vor allen Mitarbeitern der Stadtgemeinde sehr ernst darauf gedrungen, wo immer möglich das Auto stehen zu lassen und auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen! Wie viel leichter wäre das, wenn die immensen Summen statt in die Umfahrung in den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und guter Umstiegsmöglichkeiten investiert worden wären!
Jedes Mal, wenn ich die Brücke hinter dem Bahnhof Klosterneuburg Kierling überquere, kommen mir die Tränen. Eine Betonwüste anstatt der lauschigen idyllischen Kastanienallee von früher! Das Happyland, unser Freizeitzentrum, kahl und ungeschützt sichtbar von der anderen Seite des Durchstichs, selber nicht mehr geschützt vor dem Straßenlärm. Das nennen Sie Verbesserung der Lebensqualität?
Wenn Sie schon uns Bürgern kein Gehör schenken, stimmen Sie nicht wenigstens die Aussagen des Rechnungshofes nachdenklich? Der Rechnungshof kann keine Verkehrsverminderung und –entlastung für die Ortsteile von Klosterneuburg erkennen! Und er kritisiert das wirtschaftliche Vorgehen! Und mehrfach die fehlende Planung und Zielsetzung!
Sehr geehrter Herr Dr. Pröll, ich bitte Sie inständig, die Nachhaltigkeit unserer Lebensqualität mehr ins Auge zu fassen und voranzutreiben!
Mit meinen besten Wünschen für ein gutes Jahr 2009 verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
(Name der Redaktion bekannt)
Abgehoben
Schmerz - Mundtod? - stumm vor Schmerz
BIN jedoch aus dieser NOT-WENDIGKEIT - ein Stück weitergegangen, bin immer noch am GEHEN, BILDEN - WEITERBILDEN - BILDHAFT zu gestalten, was ich nicht mehr in Worte fassen kann:
Hoffe, dass es viele Menschen mit mir tun: ausdrücken, egal wie - in Worte, in Bilder, in Wortbilder oder Wortgestalten, was sie wie mich so betroffen hat
andieser STRASSENraumGESTALTUNG in unserem NAHerholungsGEBIET