Reaktion auf Pröll-Brief von Mag. Werner Schmidt
Offener Brief
Klosterneuburg, 30. Juli
2006
Betreff: Ihr Schreiben vom Juli 2006
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Dr. Pröll
Mit unglaublichem Erstaunen und Bewunderung für unseren Landeshauptmann Pröll habe ich zunächst sein persönliches Schreiben an meine Frau und mich durchgelesen. Ein wenig enttäuscht war ich, als ich erfuhr, daß alle Klosterneuburger Haushalte auch ein persönliches Schreiben erhalten haben. Macht nichts, dachte ich mir, es wird wohl unserem Landeshauptmann ganz, ganz wichtig sein, da scheut er ja wirklich keinen Steuer-Euro, jedem einzelnen Klosterneuburger und jeder Klosterneuburgerin, dieses wirklich ganz, ganz einmalige Bauvorhaben und seine Auswirkungen für Klosterneuburg, persönlich mitzuteilen.
Es wollten zwar schon viele, viele, viele Klosterneuburger BürgerInnen schon viel, viel, viel früher von ihrem Landeshauptmann über das, nun schon zur Ausführung kommende Straßenbauprojekt etwas erfahren und es gab ja viele, viele, viele Schreiben (in meinen Aktenordnern nachzulesen) und viele, viele, viele telefonische Anfragen für einen Besprechungstermin mit unserem Landeshauptmann, aber man muß ja einsehen, so ein Landeshauptmann hat ja sehr, sehr, sehr viel zu tun, auch mediale Fototermine, da kann man sich ja nicht wegen eines solchen läppischen 70 - 75 Mio € Straßenprojektes mit den betroffenen Bürgern zusammen setzen. Spät, aber immerhin doch, gerade rechtzeitig um leichter über die vielen Umleitungen und Straßensperren, die wegen dieser läppischen Umfahrung verordnet werden müssen (drei Unterführungen, eine Stelzenbrücke, Durchstichverlegung) hinwegzukommen, teilt nun unser Landeshauptmann den Klosterneuburger Untertanen mit, daß das Stadtzentrum nach Verkehrsfreigabe Ende 2008 um bis zu 25 000 Fahrzeuge täglich entlastet werden würde.
Na, wenn da jemand noch bezweifeln wollte, daß die Umfahrung verkehrstechnisch sinnvoll und ökologisch sei, der gehöre doch nach Gugging in die Psychiatrie (die wird es 2008 dann nicht mehr geben, aber dafür paßt er dann gut zu den Geistern, die sich in der Elite-Universität mit zukunftsfähigen und nachhaltigen Entwicklungen beschäftigen).
Diese tägliche Entlastung des Stadtzentrum um bis zu 25 000 Fahrzeuge, wie Sie schreiben, Herr Landeshauptmann, ist ja das eigentliche Wunder der Umfahrung. Sämtliche Verkehrsexperten und Planer erblassen vor Neid ob dieser Entlastungseffekte, die Sie, Herr Landeshauptmann, zustande bringen. Wenn man nämlich bedenkt, daß aufgrund der amtlichen Verkehrszählungen (siehe auch Genehmigungsbescheid der BH Wien Umgebung) zur Zeit 25 000 bis 30 000 Autos täglich das Stadtzentrum belasten, daher nach Ihren Ausführungen, Herr Landeshauptmann, im Jahre 2008 maximal insgesamt 5000 Autos täglich über Stadtplatz, Niedermarkt und die Obere Stadt fahren, dann würde Klosterneuburg nach den Abgaswerten und Lärmemissionen fast einem Luftkurort entsprechen, aber die Geschäftsleute weniger freuen. Im Bewilligungsbescheid vom 30.4.2004 steht zwar, daß mit der Umfahrung noch immer 17 - 18 000 Autos den Stadtplatz befahren werden, aber damals wußte man noch nichts von den landeshauptmännischen Autoverschwindemaßnahmen, wie Sie, Herr Landeshauptmann, in Ihrem Schreiben vom Juli 2006 den Klosterneuburger BürgerInnen kund tun.
Herr Landeshauptmann, wenn Sie mir garantieren, natürlich nur schriftlich, daß das Stadtzentrum (das ist Stadtplatz, Niedermarkt und Obere Stadt) tatsächlich um bis zu 25 000 Autos täglich, durch die Umfahrung entlastet wird, werde ich von einem Umfahrungsgegner der ersten Stunde (seit 16 Jahren) zu einem engagierten Umfahrungsbefürworter werden. Sollte innerhalb des nächsten Monats diese Zusicherung schriftlich, von Ihnen, Herr Landeshauptmann, nicht eintreffen, muß ich annehmen, daß Sie entweder sehr, sehr schlecht beraten wurden oder daß Sie vorsätzlich den KlosterneuburgerInnen schriftlich unwahre Behauptungen über die Umfahrung Klosterneuburg mitgeteilt haben. Sollte das der Fall sein, werde ich alle Möglichkeiten ausschöpfen, dies einem größeren Personenkreis mitzuteilen und auch die Medien informieren.
Gruß
Mag. Werner Schmidt
ehem. Verkehrsstadtrat und Gemeinderat
von Klosterneuburg
PS: Sollte kein Schreiben Ihrerseits,
dass zur Klärung der Sachlage beiträgt, innerhalb eines
Monats eintreffen sind Sie Herr Landeshauptmann für mich kein
geehrter Herr Landeshauptmann mehr.
Urlaubsbedingt erst jetzt unser Antwortschreiben.
ergeht an die Medien
Bmst. Dr. Gottfried Schuh
StR. DI Peter Hofbauer
StR. Dr. Josef Pitschko
Stadtamtsdirektor Mag. Micheal
Duscher
Univ. Prof. Dr. Knoflacher
Dir. Prof. Dr. Bernd Lötsch
Univ. Doz. Dr. Weish