Reaktion auf Pröll-Brief von Dipl. Ing. Alfred Steiner
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Dr. Pröll !
Ein merkwürdiges Schreiben halte ich in meinen Händen. Gerichtet an Familie Steiner in der Martinstrasse 54, Klosterneuburg.
Wir sind stark betroffen von den nun zur Ausführung kommenden sinnlosen Baumassnahmen. Aber, es sind aufmunternde und freudige Worte die wir aus Ihrem Schreiben entnehmen: Mit dem Beginn der Bauarbeiten ist ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit und Lebensqualität in Klosterneuburg gesetzt. Ich danke Ihnen für die bisherige Unterstützung bei der Verwirklichung dieses Projektes und hoffe, dass Sie uns auf dem weiteren Weg zu einer entlasteten Verkehrssituation in Klosterneuburg ebenso unterstützen werden.
Ich denke es ist eine Wahl- Aussendung, oder eine Irreführung, oder ein Witz, oder gar eine Verhöhnung ?!
Seit Jahren trete ich gegen die absurde Idee einer Strassenverdoppelung auf. Ich habe Ihnen und den zuständigen Infrastrukturministern schon mehrfach schriftlich meine Bedenken mitgeteilt und um demokratische Entscheidungsverfahren ersucht. Beruhigt wurde ich zuletzt durch Ihre Zusicherung ein UVP-Verfahren in die Wege zu leiten.
Allerdings : Durch einen lässigen Handstreich wurde dieses Verfahren abgewendet; sehr elegant, und für den Betreiber durchaus effizient.
Ihre Ankündigung endlich einen Baubeginn erreicht zu haben, wird sicher von Klosterneuburger MitbürgerInnen und Politiker mit Freude aufgenommen. Vor allem von jenen die dem Irrtum (oder Selbstbetrug) verfallen, es handle sich um eine schnelle Individualverbindung in das staufreie und parkplatzfreundliche Wien.
Auch Sie sind der Ansicht, dass 25.000 Fahrten über den Stadtplatz auf die neue Verlagerungsstrasse „entführt“ werden. Bitte entnehmen Sie dem Verkehrskonzepten (auch den optimistischen) dass bestenfalls eine Entlastung durch Minderung von 7.500 Fahrten erreicht werden kann.
Unverständlich und nicht nachvollziehbar sind die Zeilen :
Zudem wird im Zuge des Umfahrungsbaus der Hochwasserschutz für Klosterneuburg, der Lärmschutz an Bahn und Straße sowie die Anbindung des Industriegebiets verbessert. Und aus ökologischer Sicht kann durch die Verlegung des Durchstichs (Klosterneuburger Gerinne) dieser naturnah rückgebaut werden.
Das Hochwasser wird durch die Tieflage der Fahrtrassen aufgefangen ?
Zusätzlicher Lärm wird gemildert durch Wände die auf Stelzenstrassen in der Aulandschaft protzen ?
Der Durchstich wird mit zwei neuen Schleifen „naturnah“ rückgebaut ?
Ihr Resümee :
Die Verkehrssituation in Klosterneuburg stellt eine besondere Herausforderung dar. Eine Situation, mit der Sie als Bewohner von Klosterneuburg mehr konfrontiert sind als andere. Eine Herausforderung, die Sie und uns mehr fordert als andere. Umso intensiver und nachdrücklicher arbeiten wir gemeinsam an Lösungen, die verkehrstechnisch sinnvoll und ökologisch verträglich sind.
Mein Resümee :
Uns werden Massnahmen zur Verschlechterung der Lebensqualität im diktatorischen Stil vorgesetzt. Sie sind weder verkehrstechnisch sinnvoll noch ökologisch verträglich (Feinstaub, Zerstörung von Natura 2000-Flächen etc.).
Die einzig sinnvolle Ankündigung wäre eine Abwandlung ihres Schreibens :
„Heute können wir sagen: Wir sind auf dem richtigen Weg. Denn: Die Bauarbeiten für die Umfahrung Klosterneuburg wurden wieder eingestellt“
Ich fordere : Keinen Baubeginn ! und eine Adaptierung der Zufahrt zum Gewerbegebiet.
Mit Betroffenheit,
Alfred Steiner