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Bibernagespuren am Durchstich

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Spaziergänger haben Nagespuren von Bibern am Durchstich entdeckt.


Die folgenden Photos wurden am Martinsteg, gleich bei der Fußgängerbrücke über den Durchstich aufgenommen.


 



Baumeister und Landschaftsgestalter : der Biber


Einst waren sie entlang der gesamten Donau heimisch, die Biber. Doch ihr schöner Pelz, das schmackhafte (als Fastenspeise erlaubte) Wildbret und auch die vielfältige Verwendung in der Naturheilkunde machten die großen Nager zur begehrten Beute und so waren sie Mitte des 19. Jahrhunderts in fast ganz Europa ausgerottet. Der letzte Biber wurde vor den Toren Wiens bei Fischamend 1863 erlegt.



... und jetzt schwimmen sie wieder in den Donauauen. Wie kam es dazu?

Vor rund 30 Jahren begann man darüber nachzudenken, wie man die aus den Fugen geratenen Ökosysteme durch Wiederansiedlung von ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten wieder stabilisieren könnte. Mit manchen Arten ist dies gelungen, ein besonders positives Beispiel ist der Biber. 40 Individuen wurden vor 25 Jahren in der Unteren Lobau und im angrenzenden Niederösterreich ausgewildert. Heute haben sich ihre Bestände wieder gut erholt und man findet Biber weit donauaufwärts und –abwärts. Der Grund für die Erfolgsgeschichte des Bibers liegt sicherlich in seiner Fähigkeit, seinen Lebensraum mit eigener Kraft zu gestalten. Er fällt Bäume, zerschneidet und bearbeitet diese und verwendet die Äste als Baumaterial für Dämme und Burgen. Er gestaltet damit aber nicht nur den Lebensraum für sich, sondern er schafft durch seine Tätigkeit die Grundlage für viele andere Ufer- und Wasserbewohner. Heute weiß man, dass Biber eine unverzichtbare Schlüsselfunktion in der Fauna von Auenlandschaften haben.


Wir Klosterneuburger können stolz sein, dass sich die Biber bei uns in der Au so wohl fühlen Sie führen uns eindrucksvoll vor Augen, wie ökologisch wertvoll die Klosterneuburger Au ist.


Im Zuge der Umfahrung wird der Durchstich verlegt und "renaturiert". "Renaturiert" wird offensichtlich vom Projektleiter mit "betoniert" gleichgesetzt, wie man auf dem Bild unten erkennen kann.

Steinböschung Durchstich

Durch den Bau der Umfahrung verliert der Biber Lebensraum und wird in den verbliebenen Rest der Au zurückgedrängt. Man kann nur hoffen, dass der Umfahrungsbau und seine Folgeprojekte dieses Tier nicht vollständig aus der Klosterneuburger Au vertreiben wird!


Sollten Sie Ihrem Unmut über diese Naturzerstörung Ausdruck verleien wollen, so bitten wir Sie, Ihren Namen auf das Klosterneuburger Manifest zu setzen, das sich unter anderem gegen die Naturzerstörung und für den Artenschutz in der Au richtet.






Last modified 2007-06-04 02:33 PM
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