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Plattform Unser Klosterneuburg

PLATTFORM UNSER KLOSTERNEUBURG

Verkehrsexperte Prof. Hermann Knoflacher feiert 65. Geburtstag

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Die Verdienste Prof. Knoflachers, Vor- und Querdenker einer modernen Verkehrspolitik, die aus der Sackgasse des Zubetonierens führen könnte, wird von den Bürgerinitiativen, die er im Laufe der letzten Jahre unterstützt hat, gewürdigt. Hier der Beitrag der PUK....

PRESSEINFORMATION/STELLUNGNAHME ZUR PARKDECK-DISKUSSION

Die Zusammenarbeit – Kreuzgang und Kreuzzug zugleich

Es werden sich Berufenere finden, die über die akademische Arbeit von Prof. Knoflacher ausgiebig referieren können. „Verkehrspapst“ ist für mich eine völlig unzureichende Charakterisierung dieses Menschen. Ich möchte hier seine Leistung und seinen Beitrag zu der Arbeit der Bürgerinitiative/Gemeinderatsfraktion Plattform Unser Klosterneuburg – PUK hervorheben.

Prof. Knoflacher ist Klosterneuburger – ein „Zuagraster“ – daher vor allem vom Klosterneuburger „Urgestein“ mit Skepsis „akzeptiert“. Aber mit Sicherheit ein voll integrierter Gugginger (= Katastralgemeinde von Klosterneuburg). Er sitzt aber damit zwischen den Sesseln des „Propheten im eigenen Land“ und dem „Fremdkörper“. Je nachdem, wie es bestimmten Kreisen in Klosterneuburg passt, wird daher entweder das eine oder andere Prädikat hervorgeholt.

Sehr viel wichtiger ist jedoch das Folgende:

  • Prof. Knoflacher hat hoch differenzierte Sichtweisen.

  • Prof. Knoflacher hat den Mut zu Veränderung, neuen Erkenntnissen und Korrektur.

  • Prof. Knoflacher lässt sich nicht einschüchtern.

  • Prof. Knoflacher ist nicht käuflich.

Die PUK als konsolidierte Bürgerinitiative wurde erst Dezember 2003 gebildet aus den Vertretern einer Reihe von Vorläuferorganisationen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, das Damoklesschwert einer „Umfahrungs“-/Durchfahrungsstraße durch das Wohngebiet von Klosterneuburg abzuwenden.

Aktivitäten in dieser Richtung gibt es seit nahezu 20 Jahren. Prof. Knoflacher hat auch bereits vor über 10 Jahren im Auftrag der Stadtgemeinde Klosterneuburg Verkehrserhebungen und -konzepte erstellt. Wären seine damaligen Vorschläge unmittelbar umgesetzt worden, hätten wir heute nicht die unbefriedigende Situation, die alle Klosterneuburger kennen.

Dass sich einzelne Politiker nicht entblöden, aus einer umfangreichen Studie aus dem Kontext gerissen zu zitieren, wirft nicht auf diese Studien, sondern auf die Politiker ein schlechtes Licht.

Bereits in der jahrzehntelangen Phase von Diskussion, Desinformation und Gerüchten war Prof. Knoflacher an diversen Bürgeraktivitäten beteiligt. Irgendwann hat aber die Tiefbau- und Verkehrslobby, vertreten durch das Land NÖ, ihre Chance entdeckt, an einer ökologisch extrem empfindlichen Stelle, nämlich dem Berührungspunkt zweier Naturschutzgebiete – „Tullnerfelder Donauauen“ und „Wienerwald-Thermenregion“ - Hochleistungsstraßen zu planen und durch sich selbst (das Land NÖ) genehmigen zu lassen.

Damit kam der Abwehrkampf in eine akute Phase, bei dem uns Prof. Knoflacher kompromisslos unterstützt hat: wir haben nicht nur Ermutigung und Beratung erfahren, sondern durch ihn selbst und Mitarbeiter seines Instituts wurden für Gotteslohn Fachgutachten erstellt, die die Gutachten der „Amtssachverständigen“ des Projektbetreibers alt aussehen ließen. Trotz allem konnten es sich Behörden leicht machen, auch wenn „auf gleicher fachlicher Ebene“ (= Amtsdeutsch) argumentiert wurde: denn formaljuridisch hat die PUK in den Bewilligungsverfahren keine Parteienstellung, daher können sachlich fundierte, dem Ansinnen der Projektbetreiber völlig widersprechende Gutachten einfach als „nicht zulässig“ vom Tisch gefegt werden, ohne auch nur im geringsten auf die inhaltlichen Aussagen einzugehen.

PRESSEINFORMATION/STELLUNGNAHME ZUR PARKDECK-DISKUSSION

Prof. Knoflacher war auch aktiv beteiligt am Aufspüre von Gutachtern anderer Fachrichtungen.

Natürlich ist die Aufklärung/Aufrüttelung der lokalen Bevölkerung ein wesentlicher Faktor unserer Arbeit. Prof. Knoflacher hat in einer Reihe von Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Pressekonferenzen unsere Arbeit unterstützt – bzw. überhaupt erst möglich gemacht – denn auch wir selbst, aktiv und engagiert aus den verschiedensten Gründen, mussten erst massiv lernen, um der Phalanx der behördlichen Kurzsichtigkeit besser Paroli bieten zu können.

Ich halte es für erwiesen, dass Prof. Knoflacher ein zentraler Integrationsfaktor der inzwischen sehr weit fortgeschrittenen Vernetzung von Bürgerinitiativen ist, die sich dem Kampf für die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt verschrieben haben.

Ich persönlich bin Prof. Knoflacher auch für die Ermutigung dankbar, die Chance eines Gemeinderatswahlkampfes zu nutzen, um den Anliegen der PUK mehr Gehör zu verschaffen. Diese Anliegen haben inzwischen eine wesentlich breitere Basis als früher, weil jeder, der sich mit Mobilitätsproblemen beschäftigt, früher oder später draufkommt, dass Verkehrsmenge, latenter Verkehrsbedarf, Staus, Straßenbau nur Symptome einer fehlgeleiteten Gesellschaftspolitik sind, deren Auswirkungen – obwohl mehrheitlich erst mit hoher Zeitverzögerung zu erwarten – wir aber bereits jetzt spüren. Denken wir an unsere Gesundheit, Nahversorgungsmöglichkeiten, Reduktion von Freizeit, Zerstörung unberührter Natur, durch induzierten Klimawandel ausgelöste Umweltkatastrophen…

Man kann davon ausgehen, dass Prof. Knoflacher wesentlich beteiligt ist an der Salonfähigkeit eines politischen Denkens, das stärker auf eine Gesamtschau orientiert ist. Dieses Denken hat aber noch nicht ausreichend Resonanz gefunden. Viel zu verführerisch ist für viele populistisch denkenden Politiker der „Windschutzscheibenblick“: wir haben Stau – folglich brauchen wir mehr, breitere Straßen.

Die versteckte Tragik liegt darin, dass wir lernen werden müssen, anders zu denken.

Wenn auch in den Nachkriegsjahren der Aufbau von Infrastruktur einen hohen Anteil am Wohlstand hatte, dieser Wohlstand zur „großen Freiheit“ des Individualverkehrsmittels geführt hat, ist es doch eine Fehlentwicklung und sorgt für gigantische Abhängigkeit, wenn in Österreich fast 20% des Bruttoinlandsproduktes direkt oder indirekt mit Straßenverkehr zusammenhängt (in Frankreich sind es 26%)! Schmerzfrei lässt sich so eine Fehlentwicklung nicht korrigieren.

Es ist Zeit, die Reißleine zu ziehen um den freien Fall in die Katastrophe zu bremsen. Ich zweifle nicht daran, dass Prof. Knoflacher dazu beitragen wird, die Bereitschaft dazu bei den Entscheidungsträgern zu erhöhen. Ich wünsche ihm – und uns – dazu seine Kraft, Gesundheit, Energie.

Persönliches Statement zur Zusammenarbeit

Hiezu ein paar Worte.

Ich kenne Prof. Knoflacher schon über 30 Jahre. Als „Berufs-Frischling“ (Stipendiat bzw. Assistent am Institut für Höhere Studien, bzw. später als Systemanalytiker am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse) hatte ich bei 2 Projekten des Kuratoriums f. Verkehrssicherheit die Aufgabe, EDV-Auswertungen von Unfallstatistiken vorzunehmen (ca. 1972 und ca. 1975). Schon damals ist die knappe, trockene, präzise und so gar nicht einweimperlnde Art seiner Kommunikation für mich zur unverwechselbaren Charakteristik geworden. Es sind hier Elemente vorhanden, die ich auch anlässlich unzähliger Urlaube in Griechenland lieben gelernt habe: eine scheinbare Bärbeißigkeit, ohne vordergründige Galanterie – man weiß, woran man ist.

Diese Eigenschaft hat sich erhalten und wurde erweitert um eine Fähigkeit, Dinge pointiert, mit dosierter Aggression, und mit kompromissloser Klarheit hinüberzubringen. Es ist ein Vergnügen, sich Prof. Knoflachers druckreife Sager einzuverleiben, die ein Spiegel einer humanistischen Haltung sind.

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Zwei Beispiele:

Knoflacher, nach Erläuterung eines Mediziners von gesundheitlichen Auswirkungen diverser Schadstoffe im Zusammenhang mit Zunahme des Kfz-Verkehrs: „NÖ ist ein christliches Land, ich nehme an, die kennen ihre 10 Gebote, das 5. Gebot lautet: „Du sollst nicht töten“. Wenn ich mir dieses Projekt anschaue, so ist es ein Projekt, das den Tod für viele Menschen bringen wird“.

Knoflacher, nachdem ich anlässlich einer Pressekonferenz eine halbe Stunde detailverliebt über Genehmigungsverfahren lamentiert hatte: „…oder vielleicht sehr einfach: bei Straßenprojekten wird der Rechtsstaat a priori außer Kraft gesetzt“.

Wenn ich Prof. Knoflacher anrufe, halte ich mich nicht lange mit Einleitungen auf, sondern komme sofort zur Sache. Ich habe auch gelernt, mit der Zeit dieses Menschen äußerst respektvoll umzugehen. Oft musste ich einsehen, dass diese Zeit an anderer Stelle notwendig eingesetzt ist, bei internationalen Konferenzen, Expertenhearings, wo es letztlich darum geht, das Paradigma der unbehinderten Mobilität und des Beschleunigungswahns angesichts der absehbaren Auswirkungen zu erschüttern. Daneben kamen mir unsere Probleme in Klosterneuburg dann fast vernachlässigbar vor, und mehr als einmal waren mögliche Termine für Veranstaltungen erst in Monaten verfügbar. Zusagen von Unterstützung, in welcher Form auch immer, wurden jedoch noch nie enttäuscht.

In Anbetracht dieses zeitlich überwältigenden Einsatzes Prof. Knoflachers auf vielen Schauplätzen gebührt auch seiner Gattin Eva-Maria sehr viel Anerkennung und Dank!

Unsererseits kann nur ein großen, lautes DANKESCHÖN für diesen Einsatz und die Art, wie er erbracht wurde, gesagt werden.

Last modified 2005-09-14 12:11 PM
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