Protestversammlung für Umweltschutz und gegen Straßenbau in der Klosterneuburger Au.
Gewaltige Mittel fließen derzeit in der ganzen Ostregion Österreichs in den Bau von Straßeninfrastruktur. Diese Bauten dienen vor allem dem überregionalen Personen und Warenverkehr auf der Straße. Die damit verbundenen Belastungen der Umwelt (CO2- Ausstoß, Feinstaub und Ozon) mit ihren Folgen für Gesundheit und Klima dürfen inzwischen als bekannt vorausgesetzt werden.
Diese Mittel fehlen für den Ausbau eines zukunftsfähigen öffentlichen Personennah - und Regionalverkehrs mit bürgerInnenfreundlicher Tarifpolitik, Frequenz und Qualität. Der Warentransport über die Straße wird durch Verlagerung der tatsächlich anfallenden Gesamtkosten auf den Steuerzahler massiv gegenüber anderen Trägern (Bahn und Schiff) bevorzugt. Diese Gelder fehlen auch für die Verwirklichung einer Raumordnung, die das Leben vor Ort attraktiver macht und damit den Mobilitätsbedarf senkt (Nahversorgung, Arbeitsplätze, Kultur, Soziales…).
Darüber hinaus wird durch Straßenbauten Verkehr nicht verhindert (wie beispielsweise in den Strategiepapieren des Landes NÖ gefordert), sondern weiter verstärkt, bzw. an andere Stellen verlagert. Schadstoffausstoß und Umweltbelastungen wirken jedoch nicht nur lokal, sondern haben regionale und überregionale Auswirkungen. Sie sind ständig im steigen begriffen, statt durch geeignete Maßnahmen – entsprechend internationalen Konventionen (Kyoto-Protokoll, Grenzwertverordnungen) – gesenkt zu werden.
Die PUK beobachtet unverantwortliche Säumigkeit der Verantwortlichen im Erlass und in der Durchsetzung von Maßnahmen zur Schadstoffreduktion. Stattdessen werden Planungen verwirklicht, die diese Belastung noch erhöhen. Die PUK fordert absoluten Vorrang des Rechts auf Gesundheit vor dem Recht auf uneingeschränkte Mobilität mit dem motorisierten Individualverkehrsmittel und setzt daher auf „sanfte Mobilität“ (Öffi, Rad, geschützte Fußwege).
Drei bekannte Wissenschaftler, der Gen. Dir. des Naturhistorischen Museums Wien, Prof. Bernd Lötsch, der Präsident vom Forum Österreichischer Wissenschaftler für Umweltschutz und Humanökologe Univ. Doz. Dr. Peter Weish sowie der Verkehrsexperte Univ. Prof. Hermann Knoflacher, stoßen in dasselbe Horn und erläutern heute im Detail welche Langzeitwirkungen diese Politik auf den Menschen und das Ökosystem haben wird.
Ein
vorbereitetes „Klosterneuburger Manifest für die
Erhaltung einer lebenswerten Umwelt“ wird bei dieser
Versammlung vorgestellt und zur Unterzeichnung aufgelegt. Das
Manifest wurde bereits vor einer Woche auf der PUK-Homepage
publiziert.
Mehr
als 200 Personen haben bereits von der Möglichkeit der
elektronischen Unterschrift Gebrauch gemacht. Das Manifest
wird Ende Juni Bundesminister Josef Pröll und Landeshauptmann
von NÖ Erwin Pröll vorgelegt werden.