PUK begrüßt Entscheid der ÖBB, Parkdeck beim Kierlinger Bahnhof nicht zu bauen
Wir gratulieren der ÖBB zu dieser Entscheidung. Nur weil etwas die ÖBB nichts kostet, muss es nicht „gut“ sein.
Der derzeitige Pendlerparkplatz ist laut Erhebungen der ÖBB keineswegs ausgelastet, und dient zu einem Großteil nicht den Kunden der ÖBB (sprich den Pendlern im Verkehrsverbund), sondern als kostenloser Parkplatz für Verrichtungen in Klosterneuburg. Das bestehende Parkdeck in der Hundskehle ist seit Jahren weiterhin praktisch leer, weil zu teuer.
Die
PUK befürwortet massiv die Einrichtung von Pendlerparkplätzen
– nur an ganz anderen Stellen – und in Koordination mit einem
überregionalen Verkehrskonzept. Zustieg zum Öffentlichen
Verkehr muss weit früher attraktiv gemacht werden, also
DEZENTRAL ermöglicht werden, ohne dass es zu unzumutbaren
Wartezeiten kommt! Damit würde auch die Akzeptanz des
öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs steigen.
Der
derzeitige Pendlerparkplatz am Kierlinger Bahnhof wird schlichtweg
deshalb nicht angenommen, weil jeder, der ihn benützen will,
durch die als besonders kritisch verrufenen Engstellen von
Klosterneuburg hindurch muss – also Hölzlgasse und Stadtplatz.
Wenn man durch diese hindurch ist, ist die Weiterfahrt nach Wien im
Pkw ein Klacks.
Die Behauptung von BM Dr. Schuh, die
„Umfahrungsstraße“ würde die Nutzung eines Parkhauses
attraktiver machen, ist eine unbewiesene Spekulation. Unsere
Prognose, dass durch die Erhöhung der Straßenkapazität
nach Wien noch weniger Menschen auf den öffentlichen Verkehr
umsteigen werden, erscheint mindestens ebenso glaubwürdig.
Würde jedoch die „letzte Meile“ von dezentralen Pendlerparkplätzen zu den Bahnhöfen und Haltestellen der ÖBB durch einen sinnvollen Zubringerdienst („Shuttle“) versorgt werden, mit sofortigem Anschluss zur Weiterfahrt Richtung Wien oder Tulln, würde schlagartig der zu Stoßzeiten überlastete Stadtplatz entlastet und gleichzeitig der Bau eines Parkdecks beim Kierlinger Bahnhof, das darüber hinaus auch das Ortsbild zu verschandeln droht, überflüssig. In die Gestaltung eines solchen Zubringerdienstes sollte Hirnschmalz investiert werden, woran auch die ÖBB starkes Interesse haben sollte, ebenso wie an der Anbindung der Bahnhöfe an ein innerstädtisches Radwegenetz. Das sollte Thema weiterer Gespräche sein, zu denen die ÖBB offensichtlich bereit ist.
Herrn DI Kleiber und anderen Verantwortlichen der Stadtgemeinde kann nur empfohlen werden, plakative Jubelmeldungen über das „Fell des Bären“ – bevor dieser erlegt ist – zu unterlassen. Aus Sicht der PUK sind solche „Bären“ u.a. das „Parkhaus“, zweifellos ein unausgegorenes Projekt. Die PUK ist zuversichtlich, dass in Anbetracht der massiven Probleme mit dem überhand nehmenden Individualverkehr verantwortungsbewusste Politiker und Dienstleister umdenken werden.