Replik zu Artikel in "NÖN"
Die Diskussionen rund um die Schlägerungen im Augebiet haben vor allem seit letzter Woche zunehmend Feuer gefangen. Die Plattform Unser Klosterneuburg (PUK), die sich ursprünglich gegen den Kahlschlag weiterer Bäume rund um die Umfahrung eingesetzt hat, schlägt jetzt andere Töne an. Eine zu schwache Stammstruktur und Bewurzelungen können besonders bei Windböen ein Sicherheitsrisiko für die Besucher des Auparks darstellen. Als einzige Lösung des Problems sieht PUK-Chef Dr. Bernd Schweeger die Rodung weiterer Bäume zwischen Happyland und Durchstich….
Ich erlaube mir dabei folgende Klarstellungen.
„weitere Bäume“ roden bezieht sich auf diejenigen Bäume, die sich ohnehin bereits an andere Bäume lehnen, bzw. eindeutig durch Wind so sehr geschädigt wurden, dass eine Regeneration unwahrscheinlich ist. Weitere Lösungen:
Selbstverständlich ist als Rettungsmaßnahme für Bäume am Waldsaum ein Beschnitt, wie er ziemlich vorbildlich beim Parkplatz der Pioniersiedlung (bei der „Donaustubn“) vorgenommen worden war, ebenfalls möglich.
Und letztlich das Erfordernis der sofortigen Aufforstung, möglichst mit einheimischen Arten.



Photos sind in voller Auflösung als Attachment beigelegt. Quelle: PUK – zVg
Weiters:
…Heftige Kritik folgt jetzt von Umweltstadtrat Mag. Sepp Wimmer.
Dieser kritisiert die kurzsichtige Umweltpolitik: „Das eigentliche
Problem ist nicht der Aupark, sondern die offene Schneise, die wegen
dem Ersatzparkplatz geschlägert wurde.“ Dieser Ersatzplatz,
dem bereits 7.000 Quadratmeter Augebiet zum Opfer fielen, wurde statt
eines Park and Ride Parkdecks errichtet. Wimmer weiter: „Die Grünen
Klosterneuburg haben sich klar für die Errichtung eines
Parkdecks beim Kierlinger Bahnhof eingesetzt und werden dies auch
weiter tun.“
Das will Schweeger aber auch weiterhin nicht: „Wir
haben von Anfang an gegen das Parkdeck gestimmt. Die Grünen
allerdings haben sich ihrer Stimmen enthalten, als der Ruf nach einer
Entscheidung lauter wurde.“
Auch hier sind Klarstellungen erforderlich:
Der Bau eines Pendlerparkdecks hinter dem Bahnhof Kierling hätte das Problem eines Parkplatzersatzes nicht gelöst. Denn dazu hätte es fertig sein müssen, bevor mit der Durchstichverlegung, den Hochwasserschutzanlagen, dem Pumpwerk, der Unterführung Rollfährenstraße – also mit den Bautätigkeiten der „Umfahrung“ – begonnen worden wäre. Selbst eine gleichzeitige Bauführung von Parkdeck und „Umfahrung“ hätte das „Problem“ Ersatzparkplätze nicht gelöst und erscheint überdies technisch kaum machbar.
Denn eigentlich gab es kein Ersatzparkplatzproblem. Dazu Schweeger: „Nach wie vor gäbe es auch ohne den „Ersatzpendlerparkplatz“ Parkraum in Hülle und Fülle, nämlich im unausgelasteten Parkdeck in der Hundskehle und auf dem unter der Woche ebenfalls unausgelasteten Happyland-Parkplatz.“
Nicht nur für den Ersatzpendlerparkplatz, sondern auch für die Trasse des Radwegs, parallel zur Straße „In der Au“ (beim Kinderspielplatz) wurden 18 gesunde Bäume gerodet. Und bald darauf auch die letzte Reihe Bäume zwischen Straße und Radweg. Auch dazu Schweeger: „Für diese Radweg-Trasse haben sich die Grünen stark gemacht, obwohl sie wussten, wie viele Bäume dafür geopfert werden mussten. Die PUK hat eine eigene Trasse für den Radweg in diesem Bereich stets abgelehnt. Ein markierter Radstreifen hätte genügt und praktisch nichts gekostet.“ Kinder auf dem Spielplatz sind nun schutzlos der Sonne ausgesetzt!
Die Probleme mit der Gefährdung von Aupark-Besuchern haben räumlich gesehen nichts mit dem Ersatzpendlerparkplatz zu tun, der 500 Meter weit weg ist.
Die PUK tritt weiterhin für die Schaffung von dezentralen Parkräumen mit Anbindung an den Öffentlichen Verkehr ein, und nicht direkt beim schlecht erreichbaren Bahnhof. Nur dezentrale Parkplätze ermöglichen einen frühzeitigen Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr (sogenannte „intermodale Mobilität“ – Mischung verschiedener Transportmittel).