Wenn die Bürger von der Politik verraten werden
Besonders krass ist die Situation in Klosterneuburg, wo die Stadtführung die Absicht hat, die Lebensqualität tausender Bürger zu zerstören, die viel Geld für Wohnungen im Kierling- und Hagental aufgewendet haben, um vor der Verkehrslawine Schutz zu suchen. In diese beiden Täler will der Bürgermeister (ÖVP) gemeinsam mit der SPÖ den Hauptverkehr durch den Bau eines Tunnels leiten, entgegen den Erklärungen, mit denen man die Milliardenstraße durch die Au noch vor einigen Jahren begründet hat. Tatsächlich geht die Absicht weiter und endet nicht mit dem Tunnel.
Das Ergebnis wird eine Wienerwald-Schnellstraße mitten durch dieses Landschaftsschutzgebiet durch die Hintertüre sein. Über die sogenannte Exzellenzuniversität scheint die Industrie ein mitten im Wienerwald gelegenes Industriegebiet entwickeln zu wollen. Keine Universität, die auch nur etwas auf sich hält, würde solche absurden Fahrbahnbauten verlangen. Die Erschließung des Geländes mit dem bereits existierenden öffentlichen Verkehr ist schon heute problemlos möglich und beliebig ausbaufähig.
Er könnte auch das Vielfache der geplanten Beschäftigten ohne Straßenausbau leicht verkraften. Es geht daher gar nicht um die Forschung, die man nur als Vorwand für eine Industrieansiedlung mitten im Erholungsgebiet auf Kosten von uns allen erzwingen will. Das Kierling- und Hagental sind hoffentlich nicht von Hinterwäldlern bewohnt wie jenen, die dem Aberglauben huldigen, Fahrbahnen im wertvollsten Lebensraum wären von wirtschaftlichem Vorteil. Diese Zukunftsvorstellungen sind schon in der Vergangenheit als verhängnisvoller Irrtum nachgewiesen. Es ist Zeit, dass die Bürger zur Selbsthilfe schreiten.