Traum und Wirklichkeit
Das Projekt ist unsinnig - machen Sie sich selbst ein Bild:
Umfahrung Stadtkern
Eine „Umfahrung, die in 15 m Abstand zur "alten" B14 geführt wird, verdient nicht den Namen Umfahrung. Umfahren wird der Stadtplatz lediglich von 2 x 2.500 Autos pro Tag, die Richtung Kritzendorf oder nördlicher Ölberg unterwegs sind.
Verkehrsberuhigter Stadtplatz
Nur ca. 5.000 Autos weniger werden pro Tagüber über den Stadtplatz rollen. Die verbleibenden 17.500 sorgen nicht gerade für paradiesische Ruhe und eine "Fußgängerzone".
Verhinderung von Stau
Für alle Kierlinger, Gugginger ändert sich vorerst nichts. Doch wie wird das sein, wenn Donaubrücke und Tunnel (2. und 3. Bauabschnitt des Projekts) die innerste NW-Spange um Wien schließen? ... aber selbst ohne diese weiteren Projektschritte ist durch die Dimensionierung der Kreisverkehre bereits unmittelbar nach Fertigstellung mit Stau zu rechnen (nicht Aussage der "bösen Verhinderer", sondern Inhalt des Gutachtens des verkehrstechnischen Amtssachverständigen DI. Zenker)
Verhinderung von Kaufkraftabfluss
Durch die momentan geplante Umfahrung werden jedenfalls 5.000 Geldbörsen pro Tag an Klosterneuburg "vorbeigeführt". Wenn die Donaubrücke erst eine "gute" Verbindung zu Langenzersdorfer Einkaufszentren, oder der SCN eröffnet, werden es noch weit mehr Geldbörsen sein.
Keine Beeinträchtigung der Umweltqualität
Feinstaub: verursacht Atemwegserkrankungen und ist krebsauslösend. Es gibt keine unbedenklichen Grenzwerte, jede Kumulation ist kritisch (ähnlich wie bei Radioaktivität!). In Klosterneuburg werden bereits jetzt die Normwerte regelmäßig überschritten und sollten die Behörden veranlassen, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Eine weitere Straße verschärft jedoch das Problem massiv statt es zu mildern. NOx: sind humantoxische Schadstoffe und haben bei langer Einwirkung ebenfalls Lungenerkrankungen zur Folge. Lärm: als Stressfaktor in Gebieten in denen bis jetzt noch keinerlei Belastung vorhanden war. In manchen Gebieten Überschreitung der zulässigen Grenzwerte um 10dB (das ist die 8-fache subjektive Lautstärke!!! Neben den "trivialen" Folgen wie Schlafstörungen und Dauerunruhe gibt es weitere organische Beeinträchtigungen wie Stoffwechselveränderungen (Hormonhaushalt, Immunsystem), vegetative Störungen, Tagesrhythmusstörungen u.ä.m.
Städteverbindung nach Korneuburg
Es fehlt jeder Nachweis, dass ein solcher Bedarf besteht. Vielmehr ist zu befürchten, dass die Nordwestumfahrung Wien, die sich aufsplittert zwischen Krems/Traismauer, Tulln, (Greifenstein?) mit Klosterneuburg einen innersten Ring um Wien schließt. Mit baumhoher Stelzenstraße durch die Au und Donaubrücke mit Anschluss an die Donauuferautobahn. Das Kierlingtal ist einer Nordwesttangente nicht gewachsen. Aber selbst wenn das nie passiert: die meisten Klosterneuburger, die nach Korneuburg wollten, müssten zunächst entweder in Richtung Kritzendorf fahren (auf den Strecken, die das Projekt zu entlasten behauptet) oder Richtung Wien bis zum Kreisverkehr beim Weidlinger Bahnhof, wo sie auf die "Umfahrungsstraße" auffahren könnten.
Bürgerbeteiligung
wurde mehrfach versprochen: an runden Tischen von Planunsgstäben sowie von LH Erwin Pröll und
BM Gottfried Schuh
was geschah tatsächlich: 2002 gingen B-Straßen in die Länderkompetenz über – und plötzlich gab es keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) mehr – die nun nur mehr für Bundesstrassen vorgesehen ist?! Trotz der unglaubwürdigen Versprechungen haben sich zuvor, in Anbetracht der zu erwartenden UVP unzählige Bürgerinitiativen gebildet, die dadurch gesetzliche Parteienstellung erlangt hätten. Diese Suppe wurde der Obrigkeit offenbar zu heiß, und so, durch einen wirklich schamlosen Missbrauch der rechtlichen Möglichkeiten, erlaubte sich die NÖ Landesregierung, die UVP für "nicht notwendig" zu dekretieren: im Klartext: die Verwaltungsorganisation, die ein Gesetz zum Schutz von Bürgerinteressen und Umwelt beschließt, beschließt auch, dieses Gesetz nicht auf sich selbst als Betreiber eines Projektes anzuwenden. Das tritt die Demokratie mit Füssen. Parteienstellung haben im gegenwärtig ohne UVP abgewickelten Verfahren jedenfalls nur unmittelbare Anrainer, als ob die Fernwirkungen des größten Klosterneuburger Infrastrukturprojekts aller Zeiten nicht weiter als 20 Meter reichen würden. Unnötig zu erwähnen, dass keinerlei Ankündigungen über Bauverhandlungen etc. an die Bürgerinitiativen geschickt wurden und diverse Dringlichkeitsanfragen an die NÖ Landesregierung bis heute nicht inhaltlich beantwortet wurden.
Attraktivität für Tourismus
Umfahrungsstraße führt direkt an Campingplatz und Happyland vorbei. Der Donauradweg kommt in die Lärm- und Abgasfahne der Straße und wird gemieden werden. Nächtigungsbetriebe und Gastronomie in Klosterneuburg werden Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.
Verkehrsspargemeinde Klosterneuburg
Es wird alles getan, um den Öffentlichen Verkehr unattraktiv zu machen: Es gibt keine Pendlerparkplätze in Höflein und Unter-Kritzendorf. Darüber hinaus verhindert die Projektplanung solche Parkplätze beim Bahnhof Klosterneuburg-Weidling.
Leistungsstarke Zufahrt zum Industriegebiet
Für die geplanten Kreisverkehre wird bereits unmittelbar nach Inbetriebnahme die Vollauslastung (=Stau) prognostiziert.
Naherholungsgebiet nicht beeinträchtigt
Allein für den 1. Projektabschnitt müssen 5,7 ha Auwald gerodet werden. Dies bedeutet nicht nur
einen schmerzhaften Verlust von Natur in unmittelbarer Stadtnähe sonder vor allem auch eine
massive Beeinträchtigung der Filterwirkung des Auwaldes. Es besteht keine Nachpflanzmöglichkeit
im Gemeindegebiet. Es ist auch ein einschneidendr Eingriffe in das Natura2000 Gebiet
Tullnerfelder Donauauen. Für die Donaubrücke soll dann noch eine Stelzenstrasse durch die Au
folgen. Machen Sie sich einmal ein Bild davon, wie attraktiv der Wiener Prater unterhalb der
Osttangente ist...
Stark beworben wird von der Stadtregierung der neu zu errichtende Aupark. Ein Projekt, das zumindest
diskussionswürdig ist (wenn auch seine Hauptberechtigung zu sein scheint, dass dadurch wenigstens
nichts noch schlimmeres dort gebaut werden kann). Seine Lage unmittelbar neben der geplanten
"Umfahrungsstraße" und damit durch einen 60 m breiten versiegelten Korridor aus Strassen und
Bahnlinie vom Ortsgebiet getrennt, lässt nicht allzuviel Naturnähe erwarten.