14-MA: Grundsatzbeschluss über Reorganisation des kommunalen Immobilienmanagement der Stadtgemeinde Klosterneuburg
Minderheitsantrag gemäss §46 Abs. 1 NÖGO 1973
an den Gemeinderat zur Sitzung am 28. September 2007
Gegenstand: Grundsatzbeschluss über Reorganisation des
kommunalen
Immobilienmanagement der Stadtgemeinde Klosterneuburg
Sachverhalt
Im Rahmen des Projektes „Gründung der Klosterneuburger Immobiliengesellschaft (KIG)“ wurde wiederholt als Argument für die Gründung ins Treffen geführt, es könne im Zuge der Auslagerung der Immobilien auch das Management der Immobilien professionalisiert werden, was auf Verbesserungspotenzial in diesem Bereich schließen lässt.
Die antragstellenden Mandatare haben den zwingenden Zusammenhang zwischen Immobilienauslagerung zum Zweck der Aufstellung budgetwirksamer Mittel und zum Zweck einer Professionalisierung des Managements dieser Immobilien vehement bestritten.
Eine Professionalisierung des Managements der gemeindeeigenen Immobilien ist durch Reorganisation der im Zusammenhang mit der Verwaltung von Grundstücken und Gebäuden stehenden Aufgaben, Geschäftsabläufen und Verantwortungen, die derzeit auf eine Reihe von Geschäftsabteilungen und Ausschüssen verteilt sind, zu erreichen (siehe z.B. Markus Beyersdorff: „Effektive Gestaltung des kommunalen Immobilienmanagements - Eine ganzheitliche Analyse zur Gestaltung der Immobilienmanagement-Funktion deutscher Kommunalverwaltungen“ Reihe Immobilienmanagement, Band 10, ISBN: 978-3-8334-8069-0)
Wie aus dem Anhang zu diesem Antrag ersichtlich, sind sämtliche Aspekte einer geschäftsbereichübergreifenden Materie erfüllt, daher ist eine Behandlung in mehreren Ausschüssen vorzunehmen.
Übergeordnete Ziele
Langfristige Erhaltung des Gebäudewertes und ökonomisches Gebäudemanagement.
Schaffung der Grundlagen für mehrjährige Planung.
Schaffung der Grundlagen für einheitliche Budgetierung über Geschäftsabteilungsgrenzen hinweg.
Organisatorische Zusammenführung aller Aufgaben eines kommunalen Immobilienmanagements.
Vorgehensweise
Unter Zuhilfenahme eines auf diesem Gebiet kompetenten Beraters sollten…
Eine ganzheitliche Analyse der Effektivitätsparameter des kommunalen Immobilienmanagements, und
eine fundierte Organisationsanalyse der Immobilienmanagement-Funktion im administrativen und politischen Subsystem vorgenommen und anschließend
Modelle zur Reorganisation der kommunalen Immobilienmanagement-Funktion erarbeitet werden.
Antrag
Der Gemeinderat möge beschließen:
Die Ausschüsse „Hoch- und Tiefbau“, „Wohnbau und Liegenschaften“, „Wirtschaft, Sport und Städtische Betriebe“, „Planungsausschuss“, „Verwaltung, Organisation und Umweltschutz“ werden beauftragt, eine akkordierte Vorgehensweise festzulegen, wie das kommunale Immobilienmanagement durch interne Reorganisation professionalisiert werden kann.
Anhang
Aufgabenschwerpunkte (Quelle: Hessisches Immobilienmanagement)
Ganzheitliches, systematisch-ökonomisches Gebäudemanagement
Senkung der Gebäudebetriebskosten
Kostentransparenz
Optimierung der Gebäudetechnik
Ausstattung der Dienstgebäude mit zeitgemäßer Infrastruktur
Werterhalt von Gebäuden durch gezielte Instandhaltung
Vorausschauende Instandhaltung der Bau- und Haustechnik mit dem Ziel der Verlängerung der Gebäudenutzungsdauer
Vermietung von Gebäudeflächen insbesondere im Rahmen
des Mieter-Vermieter-ModellsErfüllung der Betreiberpflichten
Wahrnehmung der Bauherren- und Planungsaufgaben
Prüfung und Klärung der Kundenwünsche
Wirtschaftlichkeitsberechnung nach Prüfungsschritten
Übernahme des Bauherrenrisikos
Finanzierung
Beauftragung der Projektbeteiligten
Steuerung der Baumaßnahme
Flächenmanagement
Flächenreduzierung und effiziente Nutzung der verbleibenden Gebäudeflächen
Optimierung der Behördenunterbringung an einzelnen Standorten
Wirtschaftlich und infrastrukturell optimierte Unterbringung von Dienststellen
Verwertung gemeindeeigener Grundstücke nach wirtschaftlichen Prinzipien
Verkauf, Verpachtung, Vermietung oder Entwicklung von Grundstücken
Public Private Partnership
Projektleitung von PPP-Projekten