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Die Au bei Klosterneuburg und NATURA 2000

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Die Erhaltenswertigkeit eines Gebietes, in dessen Gleichgewicht der Mensch bereits massiv eingegriffen hat, hat viele Aspekte. Lesen Sie einige einführenden Bemerkungen von Dr. Dieter Armerding, Biologe und Beauftragter des Östererreichischen Orchideenschutz Netzwerks.

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Kleine Gruppe von Wissenschaftlern bei einer Exkursion im Augebiet

Die Gesamtheit der Kritzendorfer/ Klosterneuburger Au steht als Teil der Tullnerfelder Donauauen, deren tatsächliche Grenze auf Karten der NÖ Landesregierung Abteilung Naturschutz ersichtlich ist, unter dem Schutz der EU-Vorgaben für derartige Gebiete. Das betrifft sowohl die FFH Richtlinien nach Anhang 1 und 2, wie die Vogelschutz-Richtlinie.

Wenn man sich die Beschreibungen der Lebensraumtypen nach Anhang I ansieht, so kommt das Augebiet einer Eichen-, Ulmen-, Eschenau oder Erlen-, Eschen- und Weidenau nahe. Fleckenweise könnte man auch noch andere Kategorien anwenden. Für alle realen und möglichen Lebensraumtypen trifft aber wohl eher die Bezeichnung potentiell zu. Eine optimale, gute Au sieht anders aus. Hier gibt es zu viele negative Aspekte, von denen die unzureichende Dotierung durch Überschwemmungen der Donau wohl der wichtigste ist. Die eigentliche Bewirtschaftung der Au gehört auch unter die Lupe genommen als einer der Faktoren, der derzeit kaum zur Verbesserung des Lebensraumtypus beiträgt.

Daß Biber und Rotbauchunken keine überragende Besonderheit der Au bei Klosterneuburg sind, ist wohl jedem klar. Nur optimal ist ihr Lebensraum in diesem Auengebiet auch nicht. Bemerkenswert sind hingegen die anderen für dieses Areal aufgelisteten Tierarten vom Donaukammolch über Rot- und Schwarzmilan bis zum Wespenbussard und andere. Auch hier gilt wohl eher das Argument, diese Tiere sind hier, weil es sonst nicht mehr viel Plätze gibt, wo sie überleben können.

Damit die Au bei Klosterneuburg erst bemerkenswert und wertvoll wird, bedarf es einer Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Basis dieses Lebensraums. Dabei hilft, daß trotz aller Unzulänglichkeiten dieser Landschaft, es NATURA 2000 Gebiet ist. Zu deren Vorgabe gehören nicht nur ein Verschlechterungsgebot sondern auch die Forderung einer Verbesserung für die dort zu erhaltenden Arten. Nachdem niemand vom eigentlichen Besitzer des Gebiets erwarten kann, daß er aus eigener Tasche solche Maßnahmen zahlt, gibt es aber andere Möglichkeiten. Die Konzipierung eines NATURA Life Projektes bei der EU ist nach wie vor möglich, bedingt aber viel Arbeit und Zeit und vor Allem ausreichende Sachkenntnis.

Last modified 2007-11-19 08:15 AM