Alternativen
Wir von der PUK sind nicht gegen Autos und auch nicht gegen die Wirtschaft. Wir setzen uns ein gegen eine verkehrte Verkehrspolitik, die die Zeichen der Zeit nicht wahrhaben will.
Die Anbindung des Gewerbegebiets Schüttau an die B14
... wird von der PUK befürwortet. Ein
wesentlich günstigerer Standort der Anbindung, als im Projektantrag
vorgesehen, ist aber der Bereich der Esso-Tankstelle (am Fuß des
Leopoldsberges, in einem stillgelegten Steinbruch). Größere
Kurvenradien, nur einfache statt doppelter Unterführung unter ÖBB,
weitaus geringere Belastung der umliegenden Wohnbevölkerung -
Lothringerviertel, sogar Verbesserung, weil Schwerverkehr schon früher
ins Industrieviertel abgeleitet wird. Dass diese Variante von der Behörde ignoriert wird,
obwohl sie von unabhängigen Experten nachweislich als die auch verkehrstechnisch beste
bezeichnet wird, ist mit logischen Argumenten nicht nachvollziehbar.
(Siehe dazu auch den Brief von Univ. Prof. Dr. Hermann
Knoflacher)
Ein wahrscheinlich noch
günstigerer Ort wäre die Donauwarte am Fuß des
Leopoldsberges, bei dem jedenfalls eine wesentlich geringere Belastung der
Wohnbevölkerung stattfindet. Dieser Bereich gehört aber noch zum
Gemeindegebiet von Wien und erfordert daher überregionale
Zusammenarbeit und Klärung... Manche sagen, dass sei unrealistisch.
Kostengünstigerer öffentlicher Verkehr nach Wien
Reduktion der Kosten
der Fahrten nach Wien: politischer Druck Klosterneuburg in den
Verkehrsverbund Ostregion/Zone 100 einzugliedern, natürlich auch den
Stadtbus Klosterneuburg.
Derzeit nutzen aus dem Klosterneuburger Raum
ca. 8000 Pendler täglich öffentliche Verkehrsmittel nach Wien. Selbst
wenn man auf Basis von Einzelfahrscheinen € 1,50, 2x täglich, 200 Tage
pro Jahr ansetzt, ergibt das € 4,8 Mio. Tatsächlich dürfte das
Gesamtaufkommen für Fahrscheine nach Wien geringer und bei 50% dieses
Betrages liegen. Für den einzelnen hingegen ist die Kostenbelastung
durch die 2-Zonen-Fahrscheine nicht unbeträchtlich, und - wenn man mit
Grenzkosten kalkuliert - teurer als die Treibstoffkosten einer
Individualfahrt nach Wien mit dem Auto.
Der Kostenersatz für diesen Einkommensausfall des Verkehrsverbunds Ost Region könnte allein ca. 30 Jahre lang durch die € 70 Mio finanziert werden, die die Entlastungsstrasse nicht kostet. Oder - anders gerechnet - könnte dieser Einkommensausfall nur mit jährlich 3,5% anfallenden Zinsen dieser nicht getätigten Investition berichtigt werden. Nicht abschätzbarer, aber wahrscheinlicher Nebennutzen: es würden viel mehr Klosterneuburger BürgerInnen als jetzt Zeitkarten für die Zone 100 kaufen, auch wenn sie nicht absolut regelmäßige Tagespendler nach Wien sind. Es ist anzunehmen, dass Einkommensausfälle des Verkehrsverbunds Ost-Region allein durch die größere Zahl von verkauften Zeitkarten wettgemacht würde.
Flächendeckung
Die Hauptverkehrsachsen nach Wien
(S40, Buslinien 239 usw.) sind in ausreichendem Maß versorgt. Was
nicht ausreicht, ist die Flächendeckung. Das wären vor allem mit den
Hauptverkehrseinrichtungen getaktete Zubringerbusse aus allen
"Grätzeln" von Klosterneuburg.
Es gibt unzählige entwickelbare
Einsatzmöglichkeiten solcher Kleinbusse (Rufbusse,
Bedarfshaltestellen, Stichfahrten, Umwegfahrten, Verlängerungsfahrten,
AST), die die Zahl der gefahrenen Kilometer nicht, die
Transportleistung aber stark erhöht, sowie
Beschleunigungsmöglichkeiten (Taktung, Busspuren,
Ampelschaltungen). Der VOR arbeitet an solchen Konzepten.
Pendlerparkplätze
An allen strategischen Zustiegsstellen ausreichend Parkraum für diejenigen, die nicht im 5 Minuten Gehbereich dieser Zustiegstellen wohnen. Das derzeitige Projekt sieht keine Pendlerparkplätze beim Bahnhof Klosterneuburg-Weidling vor und entspricht damit nicht einer ganzheitlichen Mobilitätsproblemlösung.
Aktivierung des unausgelasteten Parkdecks
Einen starken Anteil am Stau
des Stadtplatzes haben ein- und ausparkende Fahrzeuge am
Stadtplatz. Allein die Verlagerung des ruhenden Verkehrs würde den
fließenden Verkehr beschleunigen.
Tulln hat es geschafft, ihre
Parkdecks sinnvoll in die Einkaufszonen zu integrieren. Ein Leitsystem
- vielleicht sogar überdachte Zugänge vom Parkdeck zum Stadtplatz und
Rathausplatz - in Verbindung mit 2stündigem, kostenlosem Parken im
Parkdeck schlägt 3 Fliegen mit einer Klappe (Verkehrsbeschleunigung,
Auslastung Parkdeck, weniger Autos auf der Straße).
Umbau des Niedermarktes
Pläne zur Verkehrsbeschleunigung und gleichzeitigen attraktiven
Aufwertung des Platzes für FußgängerInnen und BusbenützerInnen sind vorhanden,
wurden aber bisher nicht umgesetzt.
Einfache, aber ökologisch wirksame Maßnahmen
Hier finden Sie eine Liste von einfachen, aber ökologisch wirksamen Maßnahmen, die rasch umgesetzt werden könnten.Community Working
Mobilitätsbezogenes Community Working besteht in Beratungseinsätzen, bei denen in sehr erfolgreichen Modell- und flächendeckenden Versuchen (z.B. in Australien, London, Santiago de Chile und anderen Orten der Welt), Haushalte durch speziell ausgebildete Berater aufgesucht werden, was ca. € 70 bis € 80 pro Haushalt kostet. Durch die Diskussion verschiedener Varianten von Mobilitätsgestaltung kam es in den Community Working Projekten zu 11% bis 24% Verkehrsreduktion (des motorisierten Individualverkehrs)! Selbst wenn man alle 10000 Klosterneuburger Haushalte "bearbeiten" würde, was sicher nicht erforderlich wäre, käme man auf eine Summe von € 700.000, was gegenüber € 70.000.000, die nur das erste Teilstück der "Umfahrungsstraße" kosten würde, nur 1% (!!!) darstellt, aber einen Hebel der Verkehrsentlastung von 11-24% hat.