Notizen über Baufortschritt
Es werden jeden Mittwoch Führungen durch die Baustelle veranstaltet. Da diese durch die Projektbefürworter bzw. Projektabwickler geleitet werden, muss jeder sich selbst ein Bild machen, ob die dort erhaltenen Informationen einer kritischen Betrachtung standhalten
(siehe http://www.klosterneuburg.at/aktuelles/03272e98f807f4701.html). Erwarten Sie sich jedoch nicht allzuviel von diesen Führungen. Wir haben den Eindruck, dass hier nur leicht Erreichbares gezeigt wird. Eher eine "Marketing-" als eine Informationsmaßnahme.
4. Juni 07
Bahnübergang Leopoldsbrücke wieder frei. Alle Arbeiten im Tunnel unter dem Weidlingbach werden unterirdisch durchgeführt. Auf der Seite des frühreren Holzverladeplatzes haben die Fundamentierungsarbeiten für den zu verlegenden Billa-Markt begonnen. Die stadtseitigen Gehsteige auf der Wienerstrasse werden "verjüngt", um mehr Fahrbahnbreite zu erlauben - es geht in dieser Stadt ja ohnehin kaum einer zu Fuß. Auf der bahnwärts gelegenen Seite der alten B14 wird es einen Radstreifen geben, der vom Weidlinger Bahnhof bis zum Bahnübergang Leopoldsbrücke reichen wird. Anbindungen an ein städtisches Radwegenetz können natürlich wieder einmal nur mittels Querung der weiterhin stark befahrenen "alten" B14 verwirklicht werden.
Ein weiterer Schritt in Richtung autogerechter Stadt.
24. Mai 07
Verkehrs-Chaos perfekt weil die Bauarbeiten auf der Wienerstraße zur
Verlegung der neuen Wasserleitung oft für 20 Minuten die bergseitige
Fahrbahn blockieren. Trotz vorhandener 3 Fahrspuren wird aber ohne jede
Anpassung das Programm: "Morgens 2 Fahrspuren nach Wien - Nachmittags 2
Fahrspuren nach Klosterneuburg" beibehalten. Statt einer Totalblockade
Richtung Wien am Nachmittag wäre es wahrscheinlich weit günstiger,
jeweils eine Spur je Fahrtrichtung offenzuhalten.
Gleichzeitig ist
seit einigen Tagen der Bahnübergang Leopoldsbrücke gesperrt ist, was
die Erreichbarkeit des Gewerbegebiets sehr erschwert. Dafür wird der
"Essl-Steg" aus den Betonfertigteilen, die bisher als Provisorium
gedient haben, hergestellt. Der Weidlingbach läuft schon in seinem
neuen - vorläufig jedenfalls nicht "naturnahem" - Bett über der
"Umfahrung".
Die Arbeiten Höhe Martinskirche schreiten auch voran.
Bei einem verhältnismäßig geringem Regen wurden Blitzschnell die Rohre, die den Weidlingbach eigentlich hätten aufnehmen sollen, "verklaust" = mit Schwemmgut verstopft. Die Flutung der Baugrube folgte auf dem Fuß. Der Rückstau reichte 200 m den Weidlingbach hinauf.
3. Mai 07
Die Sohle des großen Kreisverkehrs vor der Fa. Electrovac ist betoniert.
Auf der alten B14 wird es eng, weil sowohl an der Weiterführung der Wasserleitung aus Wien gearbeitet wird (bergseitig) als auch an Fundamenten für die "Bypass"-Spuren und die Unterführungen.
Im Bereich Waisenhaus wüten die Bagger, eine kleine Schneise zum Sparmarkt ist bereits freigelegt. Das neue Bett des Durchstichs sieht trostlos aus mit seinen im oberen Bereich durch Juteplanen "befestigten" Böschungen. Zur Sohle hin sind es großformatige Steine - ich kann mich nur wiederholen: das hat mit unserem Verständnis von "Naturnähe" nicht das geringste zu tun.
Unter dem Weidlingbach ist durchgegraben worden. Der Weidlingbach unterhalb der Baustelle wird von braunem, brackigen Wasser verunstaltet, das aus der Baugrube in den Bach abgepumpt wird.
Inzwischen ist klar zu erkennen, dass der Auwald bis zum Bereich des "Auparks" eliminiert wird.
Strategie ist offenbar, die Stadterweiterung durch schleichende Verringerung der Grünzonen zu bewirken. Klar zu sehen im Bereich des Happylands, wo der Pendler-Ersatzparkplatz bereits in Benutzung gegangen ist. Weniger leicht erkennbar wird sein, wenn Begehrlichkeit in Bezug auf die Grünflächen im Bereich der Magdeburgkaserne bzw. Biragosiedlung entstehen, weil diese Bereiche derzeit für den Normalbürger nicht leicht erreichbar sind.
Es darf daran erinnert werden, dass Grund und Boden KEINE erneuerbare Ressource darstellen!
1. April 07
- Bautätigkeiten gehen zügig weiter. Die Tunneldecke unterhalb des Weidlingbaches ist fertig. Inzw. wird begonnen, auszugraben, unterhalb dieser Decke den Tunnel auszugraben. Die diskret-eleganten Stahlrohre kanalisieren das Wasser des Weidlingbaches.

- Die Sohle des Kreisverkers ist mit Stahlbewehrungen zugepflastert.

- Die
Abfahrtrampen sind im Entstehen begriffen. Selbstverständlich laufen
mächtige Pumpen Tag und Nacht, um den Grundwasserspiegel zu senken.

- Aufschüttungen Höhe Martinskirche zur Anrampung der Stelzenbrücke Richtung Spar-Markt sind in einem Anfangsstadium. Die Unterführung unter der Bahn, die den Durchlass für eine kombinierten Fuß- und Radwegserpentine darstellt, ist seitens der ÖBB fertiggestellt.

- Der "Ersatzpendlerparkplatz" beim Kierlinger Bahnhof ist auch praktisch fertig. Es ergibt sich nun von der Liegewiese des Happylands ein erhebender Blick auf die Parkplätze, was als deutliche Steigerung der Lebensqualität betrachtet werden kann. Erfreulich für Radfahrer wird sein, dass der Radweg von der Zufahrt zum Parkplatz gequert wird. Zum kindlichen Früherziehungsprogramm gehört, dass diese Zufahr im unmittelbaren Bereich des Kinderspielplatzes liegt...

- Naturnahe Böschungsgestaltung des Durchstichs Höhe Kleingartensiedlung "Schwarze Au" ist erfolgt. Zarte Grautöne der Betonwand werden malerisch durch gelblichweisse Feldbrocken eines Steinwurfs aufgelockert. Der neue Radweg Höhe Martinskirche/Waisenhaus ist praktisch fertig. Der
ehemalige Steg bei der "Essl-Promenade" ist über den Durchstich
verlegt, sodass in Zukunft die Bautätigkeit nicht durch Radfahrer
gestört werden wird. Auch in diesem Bereich ist die Naturnähe des Kanalgerinnes ergreifend.

- Die Durchfahrt Wasserzeile zum Unteren Martinssteg ist zugeschüttet worden. Damit ist ein direkter Abgang von der Langstögergasse über den Kaisersteig zur Au nur über den Umweg des Durchgangs beim Fischergässchen möglich. Die Wasserzeile ist damit Sackgasse.
März 07
- Unterführung Weidlingbach voll im Gange. Angemerkt muss werden, dass das, was man von oben sieht, die Decke der Umfahrung ist. Die Fahrbahn wird erst später unterhalb dieser Decke hergestellt
- Bypassspur auf alter B14 wird errichtet
- Kreisverkehr zwischen Baumax und Electrovac nahezu fertig ausgehoben und befestigt
- Zwei Bahnbrücken im Bereich des ehem. Rattenloches fertiggestellt
- Bahnbrücke in Wasserzeile eliminiert, wodurch diese zur Sackgasse wird.
- Holzverladeplatz auf Birogoseitige Seite des Bahnkörpers verlegt. Damit ist der Platz für den Ersatzstandort des Billamarktes geräumt.
- Neues Flussbett für Durchstich weitestgehend fertig (die Bäume mussten ja nicht der Umfahrung, sondern dem verlegten Durchstich-Bett weichen)
Feb 07
- Trotz eines verzweifelten Aufbäumens gegen die völlig unnötige Errichtung des Ersatzpendlerparkplatzes jenseits des Durchstichs wird dieser errichtet.
- Bahnbrücke Höhe Waisenhaus (für künftigen Fuß-/Rahweg von oberem Martinsviertel zum Donauradweg) fertiggestellt
- Wände der Umfahrung zwischen Kreisverkehr und Weidlingbach teilweise betoniert
- Massive Grundwasserrückhaltung in allen Tiefzonen der "Umfahrung" (Weidlingbach, Kreisverkehr)
- Die Todeszone entlang der Bahn ist nun vollständig sichtbar
- Unglaubliche Mengen von Material (Stahl, Beton, Erdaushub) wird durch die Landschaft bewegt.
Jan 07
- "Naturnahe" Verlegung (Beton mit Steinwurf verkleidet) des Durchstichufers das jeder Natürnähe Hohn spricht
- Alte Lagerhäuser beim Bahnhof Weidling geschliffen
- Bohrpfähle werden bei Tag und Nacht in den Boden gehämmert, inkl. Wochenenden.
Dez 06
- die Kastanienallee wird plattgemacht. Einige stehengelassene Bäume verschleiern etwas das Ausmaß an Verwüstungen und Flächenverbrauch, der hier passiert.
- Weitestgehende Fertigstellung der Umlegungsarbeiten für Infrastruktur