PUK Statusbericht vom 21. 8. 2005
Status Umfahrungsprojekt
Wasserrechtlicher Bescheid
Am
19. August 2005 wurde - wie eigentlich schon weit früher erwartet - der
wasserrechtliche Bescheid 2. Instanz zugestellt. Natürlich werden die
erstinstanzlichen Sprüche bestätigt, mit kleinen zusätzlichen Auflagen.
Die "Berufungswerber" - wie es auf Amtsdeutsch so schön heißt -
haben nun bis zum 30. September Zeit, eine Beschwerde beim Verwaltungs-
und/oder Verfassungsgerichtshof zu machen.
Die Projektwerber haben
damit jedoch nach Ablauf dieser 6 Wochen rechtskräftige Baubescheide in
Händen, wenn nicht durch einstweilige Verfügungen oder Vernunft die
Notbremse gezogen wird. Zum Bescheid selbst:
Es darf nicht
verwundern, wenn das Land NÖ selbst (der Landeshauptmann) in zweiter
Instanz über sein eigenes Projekt zu urteilen hat, dass die
Behauptungen der Amtssachverständigen hochgelobt werden, die -
ebenfalls durch Sachverständige, nur diesmal unsere - vorgebrachten
Bedenken der Projektgegner jedoch heruntergespielt oder ignoriert
werden. Jedenfalls wurde uns in den Bescheiden ausreichend Munition für
entsprechende VwGH/VfGH Beschwerden mitgeliefert. Darüber hinaus hat
sich das Land aufgrund der Dauer des Berufungsverfahrens (für das ja
ausschließlich die Bezirkshauptmannschaft und das Land verantwortlich
sind!!!) die Frist für die späteste Bauvollendung mit 31.12.2012 neu
bestimmt. In Anbetracht der prekären finanziellen Situation des Landes
NÖ interpretiere ich diese Fristverlängerung anders. Wir kämpfen weiter.
Diverse Verwaltungsgerichtshofbeschwerden
Sind
weiterhin anhängig und sollen im Herbst verhandelt werden. Ob die
bereits erfolgten plus unsere noch einzubringende Beschwerde gegen den
Wasserrechtsbescheid als Paket gemeinsam verhandelt wird, wissen wir
nicht.
Parkdeck beim Kierlinger Bahnhof
Planungen
sind Anfang August seitens ÖBB eingestellt worden. Obwohl die PUK in
keiner Weise an dieser Entscheidung mitgewirkt hat, wird sie
unsererseits doch sehr begrüßt. Wir befürworten selbstverständlich die
Herstellung von Pendlerparkplätzen, nur nicht an dieser Stelle, wo
jeder, der ihn benützen will, durch all die neuralgischen Stellen
unserer Stadt durchmuss, und diese daher wie bisher belastet!
Pendlerparkplätze gehören dezentral angeordnet, und mit einem
vernünftigen Shuttle-System mit den Hauptzustiegsstellen für den
öffentlichen Nah- und Regionalverkehr versorgt, die ein wartezeitfreies
Umsteigen ermöglichen. Das erfordert aber natürlich auch, dass endlich
regionale Gesamtverkehrskonzepte erstellt werden. Die PUK hat eine
etwas ausführlichere Stellungnahme an die ÖBB und die
Stadtgemeinde geschickt, die sie hier einsehen können.
Feinstaub-Messungen
Auf
der bisherigen Messstelle beim Friedhof wurden seit Jahresbeginn 20
Überschreitungen des zulässigen Grenzwertes (Tagesmittelwerts von
50µg/m3 Feinstaub PM10) registriert. Auf der neu installierten
Messstelle an der B14 (neben der Straßenverwaltung der Stadtgemeinde)
wurden seit der Inbetriebnahme Mitte Juli bereits 3 Überschreitungen
registriert, und das trotz anhaltend feuchtkühlem "Sommer"-Wetter.
Was tun andere Gemeinden in Bezug auf Radwege?
Laxenburg
(bei Mödling, um Verwechslungen vorzubeugen) investiert laut
Medienberichten Euro 450.000,- in den Ausbau eines alle wichtigen
kommunalen Einrichtungen und des überregionalen Thermen-Radweges
einbeziehenden Radwegenetzes. Bei uns wird über hohe Kosten gejammert
und bis jetzt ausschließlich in den Donauradweg investiert. Dabei ist
Klosterneuburg gegenüber Laxenburg unvergleichlich größer und reicher!
Siehe http://www.laxenburg.at/radwege.
Ich wünsche allen einen schönen Rest-Sommer und einen guten Herbstbeginn
Bernd Schweeger